Nicht du. Nicht jetzt.

Nicht du. Nicht jetzt. Das sind die ersten beiden Gedanken und danach kommt erst einmal lange gar nichts. Nach dem gar nichts kommt, dass man sich irgendwo festhält, irgendwas in die Hand nimmt. Weil man das Atmen am anderen Ende der Leitung schon kennt, und das Schlucken, bevor die Sprache rausrückt mit dem, das wir alle nicht wahrhaben wollen, du nicht, und ich nicht, und ich kenne auch sonst niemanden, der daran irgendeinen Gefallen hat. Das sind so Zahlen und medizinische Fachbegriffe, von denen man nichts versteht, von denen man noch nie etwas verstanden hat, weil man am Ende zwar damit um sich werfen, aber sich nicht selbst in den Mund zu stopfen, um nicht ganz so laut zu weinen. Das funktioniert meistens nicht. Das rattert im Kopf, während es in der Leitung leise knistert und knackt, weil einfach mal immer tausend Kilometer liegen zwischen dem, was passiert, wenn man nicht da ist, und einem selbst. Egal, ob es nur ein paar Straßen sind oder ein ganzes Meer. Ich denke meistens sofort an Flugzeuge und Schnellzüge.

Nicht du. Nicht jetzt. Du bist der erste Gedanke und dann kommt erst einmal eine Weile nichts. Nach dem gar nichts kommt dann, wenn man Glück hat, dass es nochmal gut gegangen ist, und die Finger drücken das Kissen trotzdem auf einen Milimeter zusammen, weil man nicht da sein kann, wo man manchmal einfach hingehört. Weil man nicht in diesem Moment an dem richtigen Krankenhausbett sitzen kann sondern nur auf dem eigenen - und das fühlt sich sehr selten so falsch an.

Watch your back so you’ll make sure I’m right behind you as before.