Nette Kunden

Ich hätte heute nicht aufstehen sollen. Dieser Dienstag war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nach massiven Einschlafschwierigkeiten in der Nacht, wache ich von einem Anruf der Bank meines Vertrauens auf:
“Junge Frau. Fehlt ihnen was?”
- “Ja, danke. Geld und eine Mütze Schlaf.”
- “Nicht auch ihr Kalenderbüchlein?“, fragte der Herr Meyer von der Bank und benutzte dabei wirklich das Wort Kalenderbüchlein.
- “Oh äh. Mal sehen. Weiß ich nicht… [Ich schwang mich hölzern aus dem Bett und suchte in meinen fünfhundert Taschen] .. Ja, stimmt. Das ist auch weg, das Kalenderbüchlein.”
- “Dann kommen Sie doch einfach her und holen es sich bei uns ab. Ein netter Kunde hat es für Sie abgegeben.”
Meine Mutter würde sagen: “Irgendwann vergisst du noch deinen Kopf!”
Mein Opa würde sagen: “Macht nix. Dafür hast du ja mich!”.
Und ich hätte gerne gesagt: “Hat der nette Kunde auch Geld und eine Mütze Schlaf für mich abgegeben?”
(Außerdem war mein ehemaliger Chef mit meinem ehemaligen Jugendschwarm im Bett und ich muss jetzt noch zur Verbraucherzentrale, bevor der Berg Arbeit abgearbeitet werden will. Ihr seht: Im Internet geht Jammern prima. Dabei bin ich dem Menschen für mein Kalenderbüchlein wirklich dankbar. Das hat mir nämlich meine Mama geschenkt und die würde mir den Kopf abreißen, wenn ich das verlieren würde.)

Kommentare
sag mal, morgen album leaf sehen?
ja gern :)
alles klar..
Kann der arme Banker ja nichts für - “Moleskine” steht nicht drauf. Oder?
Nee. Steht nicht drauf. Das stand auf dem alten und steht auf dem Notizbuch. Aber nicht auf dem Kalenderbüchlein. Privates und Berufliches gehört ja auch strikt getrennt und so.