Nach Hause ohne Zuhause.

Dann wieder im Flieger zu sitzen nach ein paar Stunden außerhalb der Stadt, man kann es kaum Tage nennen, weil die Nächte zu kurz und die Eindrücke zu gestaucht war, um sie schon einzuteilen. Ich habe Cola getrunken und Wasser dann und gelesen, und dann sind die Wolken weg und man sieht den Mond nicht und unten auf dem Boden kringeln sich die Lichter in Reihen, und früher oder noch vor ein paar Monaten war das so, dass ich die Muster kannte. Und den Turm in der Ferne, und den Geruch der U-Bahn-Stationen. Und es war klar, wie lange es bis zur Haustür dauern würde, und dass man sich nicht umschaut, wenn man auf die Bahn wartet, sondern sich nach innen krempelt und dort wartet, bis man vom ratternden Geräusch der näher kommenden Waggons wieder nach außen und in die Mimik zurückgeholt wird. Dann stieg man für gewöhnlich ein und der Schalter sprang erneut zurück, der Blick auf die Schuhe, manchmal auf die Streifen, die die Bahnschächte machen, wenn irgendwann einmal etwas drangepinselt wurde, ganz sachte nur und für ein paar Sekundenbruchteile, aber das war alles nicht neu, das gehörte dazu und wenn man sich anstrengte, gelang es auch, die Erinnerungen an jeder Ecke nicht zu bemerken.
Ich warte jetzt anders. Das ist das Gefühl, nicht in die falsche Richtung fahren zu wollen und nicht zu weit, das Taxieren und dass man lieber dreimal schaut als einmal zuwenig. Und im Flieger beim Aussteigen lächelte ich leicht, etwas angestrengt, ich war müde, und die Dame wünschte mir einen guten Nachhauseweg. Es ist ein seltsames Ankommen in der Stadt, die dein Zuhause sein soll, aber dich noch nicht kennt. Die dasteht und wartet, bis du sie dir zu eigen machst, die du schütteln musst, damit sie ein bisschen aus der Form fällt und an Memoriam gewinnt, aber du musst das machen. Sie kommt nicht von allein. Sie geht nicht vor und wärmt das Bett an und lüftet schon einmal kurz und legt die Socken so zurecht, dass du eigentlich nichts weiter tun musst, als da zu sein. Hier musst du herumgehen und dich eine Stunde gedulden, einmal die Hand auf jede Oberfläche gelegt haben, um deine Anwesenheit zu demonstrieren, etwas zur Seite legen vielleicht, einmal durch die liegengebliebenen Klamotten fahren, etwas herunterwerfen, um auch ganz haptisch wieder hier zu sein. Hallo hallo. Jaja.
Bis die Hotelzimmerigkeit vorbeigeht, das dauert.
