München ist ein Verhütungsmittel

Seit gestern läuft ein Film in den deutschen Kinos, dessen Geschichte eine Speed-Dating-Veranstaltung recht amüsant dokumentiert. Viel spannender als jedoch die in den Kritiken so hochgelobten Charaktere und deren kleine Abgründe finde ich jedoch das Bild, das währenddessen vom Ort des Geschehens, nämlich von München gezeichnet wird. In kleinen Spitzen und versteckten Abkürzungen wird die Stadt auf ganz eigene und vorher selten gehörte Weise konnotiert. Da lob ich mir mein Berlin und seine Geschwindigkeit, seinen Rotz und sein Wasser, seine abgefuckte Herzlichkeit und all die kleinen Fehler, sein Tamtam und sein dreckiges Lachen.
Den Film kann schauen, wer Klischees abkann und trotzdem auch mal laut über diese lacht. Die kommen eben doch nicht von irgendwoher. Wer das nicht kann, sollte sich auf den einen schönen Frauenmund konzentrieren.
Liz hat es verfasst, und zwar am 4. Mai 2007 um genau 11:43 Uhr.
Kategorie : Berlin, Filme
4 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Richard K. Breuer [Rik] | 4. Mai 2007 um 20:05
Und ich frage mich, als Ur-Wiener, ob Berlin eine Reise wert wäre.
“Abgefuckte Herzlichkeit”?
“Dreckiges Lachen”?
Ob mir das gefallen würde, Liz?
Aber es gab mal eine Zeit, da war Berlin das Mekka der deutschsprachigen Literatur. Ein Stefan Zweig flüchtete sich aus dem provinziellen Wien der Donaumonarchie in die Weltstadt Berlin. Und heute?
Ist Wien noch immer noch provinziell, Berlin keine Weltstadt mehr. Aber beide tun so, als hätten sie es überhört.
Oderrrr?
p.s.: wo ist Pavel mit seinem Kommentar?
2. Paul | 4. Mai 2007 um 21:14
Bin ich Pavel?
Den Film sollte man sich vor allem nur dann anschauen, wenn man ihn nicht für einen kurzen Vorfilm hält und dann über das Ausbleiben des Hauptfilms enttäuscht ist.
Den Wind schreibt man übrigens “Föhn”.
3. Liz | 5. Mai 2007 um 9:57
@Pavelpaul. Ich hab doch Föhn geschrieben.
4. Paul | 5. Mai 2007 um 12:02
Hmm. Hab ich wohl falsch gelesen. Sori.
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