Lunch Break

Die meditative Wirkung des Essens hier ist unglaublich. Man fitzelt sich die Stäbchen in die Finger, balanciert, stochert herum, wurschtelt sich durch, guckt sich exakt von vorne und hinten und oben und unten und von der Seite an, was da auf dem Teller oder in der Pappbox liegt. Man schmatzt, schlürft, kaut, piekt, schiebt und schaufelt, man krümelt und tunkt die ganze Zeit, dass es eine nur so eine Freude ist. Nie habe ich beim Essen mehr meine Umwelt vergessen als hier, wo man sich immer lediglich auf das Stapeln des nächsten Happens konzentriert, auf den Transport in Richtung Mund, auf die Motorik der Finger, die mit den Stäbchen eine Symbiose eingehen sollen, jedenfalls in der Theorie. Die unbekannten, gruseligen, glibbrigen Teilchen werden aussortiert, an den Rand geschubst, übersehen. Und ansonsten ist man eins mit sich, ruht vor dem Teller, macht so sein Ding, die Entspannung setzt nicht unmittelbar ein, aber ach. Ich ess hier so gern, nur der Sache wegen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 27. April 2008 um genau 6:41 Uhr.
Kategorie : Taiwan

1 Kommentar Kommentar hinzufügen

  • 1. Ichbinerkaeltet  |  27. April 2008 um 21:02

    Klingt irgendwie unterhaltsam. Aber zum Essen ..?

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