Landstraßen

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Berlin liegt still, wenn wochentags in der Nacht die Bahnen nur noch alle halbe Stunde fahren. Dann kann man auf dem Mittelstreifen über die Warschauer Straße gehen, den Mond anglotzen wie einen großen Teller Milch, man kann Werle & Stankowski hören und nicht merken, dass das Ganze am Ende eine halbe Stunde Winter war, obwohl es erinnerte an die Sommermorgen, als ich immer im Hellen mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Nach der Arbeit im Club erst den Berg nach oben und dann wieder hinunter rollen, am Volkspark vorbei und ein paar Verlaufenen ausweichen noch, bevor ich immer schon ein kleines bisschen früher abgestiegen und den Rest nur auf der einen Pedale stehend gerollt bin. Das Rad wurde nicht angeschlossen, die Sonne sah man noch nicht, nur das rosa Licht über dem Bersarinplatz und die Vögel, die waren jetzt so laut wie sonst der Straßenlärm. Dann bestellte ich ein paar Brötchen, die waren immer ganz frisch und warm, aß eines beim Schieben über das Kopfsteinpflaster, den Rest legte ich in der Tüte auf den großen Küchentisch. Und während die Sonne langsam zu mir ins Bett krabbelte, schlief ich ein.

Und ja, es gibt auch Sterne hier. Und all die Sonnenaufgänge und milchschüsselgroßen Monde. Es gibt die Weiten und Abgründe, die Wälder und Felder, die leisen Momente und auch die Besinnung. Man muss nur wissen, wann.

Liz hat es verfasst, und zwar am 6. März 2007 um genau 4:06 Uhr.
Kategorie : Berlin

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