K.O.

Eigentlich ist “ok” ja ein ganz guter Zustand. Wenn man “ok” sagen kann, scheint es so ok zu sein, dass man das ohne Zögern sagt. Oder es hat sich im “eher nich so” so eingependelt, dass der Automatismus “ok” sagt. Aber selbst das ist ja noch irgendwie tragbar. Es gibt genug Leute, die würden dich auslachen, weil du “ok” antwortest, was für sie so ziemlich unerreichbar ist. Wenn man den gleichen Maßstab anlegt.
Und du fährst mit der Straßenbahn durch´s verregnete Berlin und findest “ok” sowas von zum Kotzen, dass sich dir die Zehnägel kräuseln. Dass du rausgehen und einmal laut schreien könntest. Und weil du es scheiße findest, reizt du die Umstände aus und könntest heulen, weil sich trotzdem nichts verändert. In dem “Ok” gibt es keine Ausreden, keine Entschuldigungen, kein Vergeben der Umstände wegen. Im “Ok” ist es, wie es ist, und du hast gefällig zu funktionieren. Und wenn du es nicht tust, geht es trotzdem weiter und du musst hinterherkommen. Ok. Ja, sie würden dich auslachen.
Und du lechzt nach Amplituden, weil man die Mitteltöne an jeder Ecke hören kann. Entweder ganz laut oder ganz leise. Ganz oder gar nicht. Und obwohl man das ja eigentlich nicht glauben mag, fange ich in diesen Tagen damit an zu glauben, dass es doch die Zwischenzustände sind, die dich am Ende wirklich erwachsen machen.
Liz hat es verfasst, und zwar am 5. Februar 2007 um genau 12:05 Uhr.
Kategorie : Blicke
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1. Philipp Schlebbe | 5. Februar 2007 um 16:48
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