“…glücklich & traurig & naiv & verwirrt & egozentrisch!”

Heute habe ich etwas neues von Craig Thompson gefunden. Für mich neu, nicht für den Rest der Welt wahrscheinlich, aber dennoch eben erst in meine Hände gerutscht,als ich im Buchladen war. Craig Thompson war auf Reisen und sagt selbst, dass das, was dabei herausgekommen ist, “ein kleiner Snack - wie Gebäck im Flugzeug” sei. Eigentlich ist es mehr, viel mehr. “Tagebuch einer Reise” ist ein Einblick in die Welt des Reisenden, des Comiczeichners, des verlassenenen Liebenden, desjenigen, der jemandem bei einer Krankheit zur Seite stand und dennoch nicht heilen konnte, es ist die Sicht eines Fremden, eines Suchenden, eines Verwurzelten, eines Amerikaners - eine Draufsicht und eine Einsicht in Bildern. Ganz großartig und von mir eben während eines Kaffees in der Sonne quasi eingeatmet. Einmal lesen und schauen genügt da nicht, ich werde dieses Buch wieder und wieder aufschlagen und wie schon bei “Blankets” manche Bilder am liebsten auf Großformat ziehen wollen, meist welche von diesen, wo er viel mit Struktur in einer ruhigen Szene ohne viele Worte auskommt. Und dann gibt es noch die Seiten, die man kopieren und sofort an Menschen verschicken möchte, denen diese Seite an die Stirn oder das Herz getackert gehört. Die Melancholie aus “Blankets” weicht nicht vom Papier, aber am Ende steht wie immer bei ihm ein großes Gefühl, das mehr wiegt als das.

Must-Read.