I mot lØgnen

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Wir waren ein bisschen ins Zweifeln geraten dort oben auf der Hochebene. Aus dem Auto blickten wir auf einen Teller aus Gestrüpp und Wasser, auf einen Rahmen aus Bergen und über uns klebte der Himmel so gerade und straff, dass man meinte, er könne bei jedem Flugzeug zerreißen. Und bei dem ersten Straßenschild stiegen wir aus, reckten und streckten uns, hielten die Bäuche in die nahe Sonne und wunderten uns doch darüber, dass wir kein schallend lautes Lachen herausbrachten. Man meint immer, man habe das nötig, eine laute Bekundung des Gefühls herauszubringen, ein breites Lachen, einen stampfenden Fuß. Dort oben blieb uns jedoch jegliche Außenwirkung in den Poren kleben, das Lächeln blieb einzig und allein im Bauch. Das hat gereicht. Wir waren angekommen. Da wollten wir hin.

“Gefangen im Sehnsuchtsort der anderen“, sagte man mir gestern ins Ohr und mir fiel der Gedanke zurück an den Punkt, an dem wir am See saßen, die Mücken schwirrten und wir endlich begriffen. Ich habe mich nicht gefürchtet und ich habe mich auch nicht gefreut, ich habe einfach angenommen, was ich mir bis dato immer versuchte, mit aller Kraft vom Leib zu halten. Und vielleicht muss man wirklich dorthin, wo die sind, denen niemand noch eine Sehnsucht zutraut. “Mit Bergen und Seen und dieser Mentalität, da müssen sie doch glücklich sein”, denken die Zugereisten (nicht weit genug) und steigen nach einer kurzen Pause wieder in ihre Wohnmobile. Als wir vor dem Zelt sitzenblieben, brachte uns der alte Mann am Morgen noch getrockneten Fisch und Milch und ein Hirschgeweih.

Als sein zahnloses Grinsen brach, hörte ich auf mich zu wehren, fing ich an mich zu arrangieren. Ich nahm die schweren Jahre, legte sie mir vor die Füße, trat sie in den Fluss und hätte in dem Moment nichts besseres tun können. Im Deutschunterricht war mir der Begriff Katharsis immer zuwider gewesen, da oben am Fluss kapierte ich zum ersten Mal und begann in aufrechter Haltung zu zielen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 13. November 2006 um genau 12:31 Uhr.
Kategorie : Filme

7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Bunster  |  14. November 2006 um 15:18

    Das gefält mir.

  • 2. Liz  |  14. November 2006 um 17:52

    Wo is das L?

  • 3. Liz  |  14. November 2006 um 17:52

    Und wo ist das R?

  • 4. Bunster  |  15. November 2006 um 15:37

    Das L habe ich der Calle Vallodonzella spendiert. Die kann nicht genug bekommen.

    Das R gehört dem Zeitalter der Maschine.
    Wenn dieses Worträtsel löst, biste gut! Welche Band?

  • 5. Punster  |  15. November 2006 um 15:38

    Eigentlich heisse ich ja auch so!

  • 6. Liz  |  15. November 2006 um 18:41

    Du kommentierst doch hier nur wegen der Blogcharts soviel :)

  • 7. Burnster  |  16. November 2006 um 16:06

    Scheiss auf die Blogcharts. Ich hab seit 4 Monaten nicht mal mehr in meine Statistiken geguckt. Scheiss auf alles bis auf mich und meine ureigenste Wahrheit, dass ich ohnehin der Größte bin. Papa Chulo de Weblogs, Chica!

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