Fische in Dosen

Fremde Schuppen auf fremden Schultern. Einkaufstüten aus Plastik und Papier, alles knistert. Schwarze Mäntel, beige Mäntel, braune Jacken, grüne Jacken, gestreifte Pullover und überall Schals bis zu den Knien. Beim Anziehen nicht bedacht, dass die Bahn so voll wird und die Fahrt so lang, wickeln wickeln, entwirren. Lichter flackern. Es riecht nach Kaffee und Döner und Brötchentüten. Wenn die Schuppen von den Schultern fallen, liegen sie neben den Krümeln. Feinstrumpfhosen, Jeansbeine, Cordhosenumschläge, Wollsockenstreifen, Stützstrumpfenden. Dischdischmusik neben orientalischen Gesängen, hallo Gitarrenmann. Im Gang stehen und lesen. Auf dem Sitz sitzen und gucken. Manteltaschen, Ratgeber, Klettverschlüsse und Krimis. Parfums heben sich nicht gegenseitig auf. Schmatzen, schniefen, husten, kleckern, fallen, halten, die Stirn in Falten legen.

Wir brauchen alle ein bisschen mehr Smoovität“.

Liz hat es verfasst, und zwar am 15. November 2007 um genau 18:16 Uhr.
Kategorie : Berlin

5 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Annegretchen  |  15. November 2007 um 21:16

    Mir fällt es mal wieder wie Schuppen von den Augen wieso ich weder S-Bahn, U-Bahn, Bus oder Straßenbahn fahre.

  • 2. Liz  |  15. November 2007 um 22:06

    Genau sowas meine ich doch aber mit Mangel an Smoovitaet. Ich Springe in der vollen Bahn zwar nicht vor Freude auf dem Fuß meines Nachbarn herum, aber deswegen wuerde ich niemandem sein Streikrecht absprechen oder gar aufs Auto umsteigen komplett. Soweit reicht meine Toleranz dann doch noch bzw. reicht meine Bequemlichkeit eben nicht.

  • 3. Liz  |  15. November 2007 um 22:10

    Es gibt hier Tippfehler wegen Touchscreen und Mini-Tastatur. Schwierig! Verzeiht.

  • 4. Martin  |  18. November 2007 um 1:35

    Du schreibst wohl mit iPhones? Die hier in den U-Bahnen so tief unter der Erde nicht mehr funken, weshalb die passierenden Passanten in freien Zeitlücken ihre Lieblingsserien häppchenweise konsumieren. Ich auch: eine halbe Folge auf dem Weg zur Arbeit, die andere Hälfte auf dem Weg nach Hause. Immer verkabelt und weggestöpselt von unseren Mitmenschen rasen wir unter unseren Städten entlangt und haben von nun an das Widmen selbst von kurzen Blicken ersatzlos eingestellt, die es bisher noch zwischen den SMS gab. Gutheißen kann ich das nicht.

  • 5. Liz  |  18. November 2007 um 14:18

    Man denkt, man zieht sich nach innen zurück. Tut man aber nicht. Internet ist das neue Außen.

Kommentar hinterlassen

Bitte angeben!

Bitte angeben!

Trackback  |  RSS Feed  |  Abmelden


Kalendar

Dezember 2008
M D M D F S S
« Nov    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Ältere Einträge