Fang mich doch
Die Zeit rennt, als wäre jemand hinter ihr her. Kaum ist man morgens aufgestanden, findet man sich schon wieder in der Bahn, dann im Büro oder der Uni. Ist ein bisschen Luft dazwischen, kommt man mal zur Nahrungsaufnahme oder zum Erledigen der Alltagsbürokratie, denn man muss ja überall hinrennen trotz des elektronischen Zeitalters. Vor dem Fenster dann spielt sich das Wetter ab, nimmt die Tageszeiten mit und schon ist das Licht wieder vorbei und man selbst in der Bahn nach Hause. Dort setzt man sich kurz, legt die Beine hoch und den Kopf auf´s Kissen, um ihn dann nach einer halben Stunde wieder zu heben. Er soll ja arbeiten und Sätze ausspucken, schlaue Sätze, mit denen man sich hier und da ein bisschen Lebensunterhalt verdient, man muss ja was zum Vorzeigen haben und eigentlich sind es ja auch die Dinge, mit denen man irgendwann hauptsächlich seine Zeit verbringen will. Und dann, wenn Mitternacht schon eine Weile rum ist, kommt man sich vor wie die eine Hälfte eines alten Ehepaares, wenn man sich dann ansieht kurz vor dem Einschlafen, der erste wirklich ruhige Moment im Tag, dann fallen noch ein paar Worte raus und ein paar Blicke und schon ist es warm und die Nacht wieder viel zu kurz.
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Februar 2006 um genau 22:46 Uhr.
Kategorie : Moi
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