Es gibt immer nur einen ersten Tag
Riesige Fenster, an die sich Hagelkörner schmeißen. Und drinnen merkt man nichts. Da sitzen Endzwanziger und basteln mit dem schrecklichen Programm meiner letzten Semesterferienwoche Vorlagen für neue Sendeformate. Und es ist ein bisschen das Klischee.. junge, kreative, lustige Leute mit einem dynamisch grinsenden (kannst DU das?) Chef, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen und die Turnschuhe zum Anzug an den Füßen hat. Ich denke, es werden zwei gute Monate. Und ein bisschen erinnert die Atmosphäre an das Büro, in dem ich das letzte halbe Jahr saß, und die beiden Jungs im neuen Büro sind genauso alt wie die im alten. Ich bin froh, dass es ist, wie es ist. Dass Witze gerissen und zwischendurch “Musikfernsehen” geschaut wird, um auch mal kurz abzuschalten. Weil ja ständig kurze und prägnante Knallersätze ausspucken soll. Geht schon, wird schon. Und zwischendurch trifft man sich auf der Kommunikationsbrücke auf einen Kaffee, der aus gemütlich brummelnden Espressomaschinen kommt (ganze Bohnen!).
Die Zeit ist verflogen, plötzlich war es halb sieben, dann in die Regionalbahn und wieder diese Hagelkörner. Eine Frau in der Bahn benannte das Aprilwetter, ich hatte zwanzig Minuten für die Zeitung. Das nächste halbe Jahr wird gut.
