Einen Ort haben, der nicht man selbst ist.

Schiff

Seltsam, weil immer alle sagen, mehr brauche man nicht, also mehr als sich selbst, und wie sie im gleichen Moment alle Arme und Füße und Möglichkeiten ausstrecken, die sie haben, um irgendetwas zu fassen. Ich hingegen glaube, es ist etwas sehr Erstrebenswertes, noch einen zweiten Punkt auf der Karte zu haben, einen Punkt und ein Kreuz mit einer gestrichelten Linie dazwischen, auf der man mit dem Finger hin und her fahren kann. Ich hingegen glaube, dass man sich selbst genug sein kann, aber wer will schon genug, ich glaube, jeder will mehr als genug, weil jeder auch ein Kopfkissen will, obwohl der eigene Arm genug wäre, denn der eigene Arm schläft einem irgendwann ein, noch bevor der Kopf das tut, ein Kopfkissen hingegen lässt sich wenden, wenn es warm geworden ist, und das richtige Kopfkissen wendet sich von selbst, wenn es merkt, es schnarcht. Und weil vielen der Stift ausgeht, haben sie keinen Bock mehr auf die Linie oder malen sie im Kreis, weil es nicht auffällt dann, wenn die Tinte blasser wird. Seltsam, weil immer alle sagen, sie würden nicht mehr suchen, das hätte keinen Sinn, und ich doch sehen kann, wie ihre Wimpern flattern, wenn jemand vorbei läuft, der einem Foto ähnlich sieht, das sie in ihrer Schublade haben. Ich hingegen glaube, es ist sehr erstrebenswert einen Stift kaufen zu gehen, vielleicht einen richtig guten sogar, das braucht seine Zeit, manchmal vertut man sich oder übt die Schrift nicht im Geschäft auf einem kleinen Blatt Papier, und dann kann es passieren, dass man den falschen Stift mit nach Hause nimmt und es erst nach einer Weile an dem Knubbel merkt, der sich am Finger bildet wie Hornhaut zum Schutz. Und ich hingegen glaube, dass die besten Skizzen mit Bleistift geschehen, mit etwas, das man nicht von Weitem sieht, sondern auf das man sich konzentrieren muss, das kann ruhig in einem kurzen Moment passieren, (welches Gute tut das nicht, nur in einem kurzen Moment wirklich passieren, aber danach durch Kopfanstrengung und Herzmuskelschluckauf noch andauern, meine ich), aber die besten Linien, die feinen, die ehrlichen, die kommen nicht immer aber oft aus dem Handgelenk und aus einem Versuch heraus. Aus dem Versuch einen Ort zu finden, der nicht man selbst ist. Das ist fast wie gefunden werden.