Ein Gefühl. Ein notwendiges.
Sich freimachen zu können von den Restverpflichtungen. Einfach loszufahren und zwischen den Steilwänden ringsherum dem Streifen Himmel zu folgen. Sich in Gedanken auf die von Weitem so weich aussehenden Flächen zu legen. Mit der Hand fast die Wolken berühren zu können, wenn man sich dann hinaufgekämpft hat. Und dass es fast immer noch höher geht, während man sich vorkommt wie in einem Film, The Album Leaf als Soundtrack und hinter jeder Kurve ein Panorama.
Sich fallenlassen zu können. In den Kalterer See von einem Tretboot aus und in den Fahrtwind, der dir jegliche Frisur und angespannte Mimik zunichte macht. Man kann irgendwann eigentlich nur noch schauen und das Oh und Ah ist irgendwann überholt, weil sie so oft zusammengenommen eigentlich ein tiefes, vibrierendes Ohm ergeben, das du am Bauchboden spüren kannst. Gleichzeitig ein- und auszuatmen. Sich gegenseitig zu bedingen, kein Gleichtakt, aber sich ergänzend in jeder Bewegung.
Einen Ort in der Tasche zu haben, der transportabel ist und ein Zuhause sein könnte, unabhängig von Hausnummern und Verwurzelungstheorien, von Arbeitsplatzumständen und Mieterhöhung. Der sich lediglich speist aus den richtigen Worten in den richtigen Momenten, von dem Blick, der deine Lunge freimacht wie ein Inhalationsdampfbad bei schlimmer Sinusitis und der nicht näher sein könnte, wenn ungefragt über dem Gardasee ein Feuerwerk explodiert und sich in kleinen Glühwürmchen herabregnet.

(Wann hast du das letzte Mal nicht gezögert?)
Liz hat es verfasst, und zwar am 21. Juli 2008 um genau 11:47 Uhr.
Kategorie : En Känsla
5 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Don Alphonso | 21. Juli 2008 um 21:28
Und da unten, nach 100 Kurven dann das Passeiertal und Meran.
2. Liz | 21. Juli 2008 um 23:23
@D.A. Die Besitzer des Café Imperial haben ein entzückendes Enkelkind.
3. Don Alphonso | 22. Juli 2008 um 1:30
Bei Hoteliers finde ich das weitaus akzeptabler als bei, sagen wir mal, Müttern von bloggenden Einzelkindern.
4. Liz | 22. Juli 2008 um 8:01
@D.A. Wart´s nur ab.
5. Don Alphonso | 22. Juli 2008 um 15:12
Hrgsl.
Naja, es ist nicht meine Beerdigung, aber die “Gesellschaft zur Ausrottung des kindstragenden Klapperstorches” zählt mich zu ihren Gründungsmitgliedern.
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