Dort am Wald

Plötzlich stehen da zwei Namen auf dem Stein, den ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr gesehen habe. Das letzte Mal war es nur einer. Und ich traue mich kaum hinzusehen. Blicke stattdessen auf die kleine Kapelle, auf den Waldrand, auf all die fremden Namen aus diesem Ort. Die nähere Umgebung liegt still, keine Stimmen, keine Menschen auf der Straße, hin und wieder ein Auto. Und eine alte Frau winkt, als wir an ihrem Haus vorbeifahren. Ihre Ohrringe glitzern, ihr Haar ist weiß wie der See.
Als ich mich wieder einmal verabschieden will, kommt eine Frau und harkt, als ginge es um ihr Leben. Der Mann wartet im Wagen, ich gehe. An ihnen vorbei durch die leeren Straßen, an der Kirche vorbei, Geschäfte stehen leer, Fensterläden lösen Einblicke ab. Und sie hat Hyazinthen vor der Tür. Die große Tanne gibt es nicht mehr, die Schaukel schon. Drinnen ist es dunkel, das Namensschild ist noch dasselbe. Sie ist jetzt allein. Als Kind kam mir der Garten immer viel größer vor, viel wilder. Die Jahre gehen, die Menschen und man stellt Zäune auf.
Auf die Schokolade in dem Café am See haben sie echte Sahne getan. Wir waren nie an diesem Strand, immer am Steg, von dem aus man die Massen von weitem sah. Kein Geräusch, nur das leise Plätschern wie jetzt. Hier stehen Bierkrüge von ´74 auf dem Fensterbrett. Es dämmert. Und ich gehe die Wege zurück. Jetzt verwirren sie mich, früher kannte ich jede Ecke. Da war es noch nicht erlaubt, hier zu bauen. Es stehen jetzt zwei Namen auf dem Stein. Ich sollte ihr schreiben.
Die roten Tulpen stelle ich zu den gelben. Zupfe hier und da ein paar Blätter aus dem Grün. Bei dem T hat der Steinmetz einen Querstrich vergessen. Unter ich warte unter dem Baum, bis es wieder geht.
Liz hat es verfasst, und zwar am 17. Februar 2007 um genau 19:46 Uhr.
Kategorie : Blicke
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