Dieser Sonntag hat einen Namen

Wenn man nicht weiß, wo du bist, kann man auch nicht hingehen und sagen: Ich bin da, du bist zu Hause.

Es gibt in dieser Geschichte keine Tore, durch die man gehen kann und dann da ist. Es gibt keinen Zaun, keine Blumen, keinen Stein, auf dem dein Name steht. Es gibt da noch den einen Traum, es gibt noch das Wort im Hinterkopf und all die ausgeschnittenen Stellen. Was da noch ist, das ist der Sprung im Takt, wenn jemand von hinten aussieht wie du, und deine Stimme auf Band.

Es gibt diesen Stadtbezirk in Berlin und mittlerweile kann ich da wieder sein. Immerhin muss ich da durch auf dem Weg in die Uni und es ist ohne Krampf im Bauch. Es gibt auch immer noch diese Ecke, an der du aufgehört hast zu sein.

Es gibt noch immer die kleinen Gesten, die ich gelernt hab, und deinen Pullover.

Ich hab aufgehört, irgendwelche Gründe zu suchen und das mit den Antworten hat sich längst verlaufen. Aber dass mir an solchen Tagen mal das Glas aus der Hand rutscht, das geht nicht vorbei. Das ist immer noch so.

Und diese Geschichte hat keinen Namen, keine Kapitel. Es gibt nur vorher und nachher und das nachher hat das vorher schon lange überholt. Aber wenn man nicht weiß, wo du aufgehört hast zu gehen, kann man sich nicht einfach umdrehen und dich noch sehen. Erahnen vielleicht. Mitunter erinnern.

Dass ich dich noch weiß, das geht nicht vorbei. Das ist immer noch so. Du kannst auch in zehn Jahren klingeln und ich werde sagen: Ich bin da, du bist zu Hause.