Die Sache mit dem Sand

Die Gehwegplatten sind blank poliert, das Eis und der Schnee haben ihnen ordentlich eins drübergewischt. Man kann sich zwischen den Restdreckflecken förmlich drin spiegeln, wenn man sich nicht gleich mit dem Hintern draufsetzt, weil die Sohlen auf diese Geschichte nicht vorbereitet sind. Es könnten auch Erbsen sein, die sich unter den Schuhen zusammenrollen zu immer neuen Kunststückchen, die sich in jeden Winkel der heimischen Wohnung und auch im gesamten Büro verteilen, keine Ecke unangefochten lassen. Hauptsache, das Gekörn ist überall.

Das Eis wird irgendwann keinen Bock mehr haben, die Schals wieder lockerer gewickelt, der Schnee schon längst von den Dächern getropft sein. Nun liegen jedoch ganze Strände auf den Straßen herum, sind mit den Schmelzsturzbächen in die Gullis gerutscht und klemmen in jedem ordentlichen Wintersohlenprofil als störender Knubbel beim Gehen. Werden sie kommen, die Männer mit den riesigen Besen und Schaufeln, besser noch mit den Hochdruckstaubsaugern, werden sie mit schweren Stiefeln heran stapfen und jedes Korn einsaugen und wegfegen? Werden sie dann mit ihren Lastwagenladungen an Streusand zu den verwaisten Spielplätzen dieser Stadt fahren und die leeren Buddelkästen zu neuen Paradiesen auffüllen? Werden sie mitunter bis an die Küsten und Strände fahren, um dort abgetriebenes Material wieder zu ersetzen? Oder bleibt all das einfach liegen, rollt in die Keller der Altbauten zu Zigarettenkippen und verlorenen Schlüsseln, hebt die Bürgersteige auf lange Sicht von ein paar Jahren um mehrere Zentimeter und werden wir irgendwann, wenn das so weitergeht mit diesen Klirrwintern unsere Pflastersteine suchen müssen unter Hügeln und Dünen? Wie ist das mit dem Sand, wo geht der jetzt hin? Man kann den ja nicht einfach wegschmeißen.