Die Sache mit dem Irgendwann

Manchmal passt er einfach nicht, der naive Optimismus, der sich auf die Zukunft legen soll, damit wir nicht aufhören weiterzumachen. Oder weitermachen damit, nicht aufzuhören. Manchmal funktioniert es nicht zu sagen, dafür hätten wir morgen noch Zeit oder in ein paar Jahren. Dafür bräuchte es diese und jene Um- oder Kontostände, Person an der Seite oder innen drin. Da stehen dann nämlich noch Kanten über, wenn es um Dinge geht, die du schon eine ganze Weile mit dir herumträgst, leise und lauter, aber immer dabei, im Hinterkopf, verinnerlicht, fast angewachsen. Bei Menschen, die sich eingenäht haben in die Herzscheidewand, und bei Dingen, die wie ein Tinitus deine Wahrnehmung bestimmen, da geht das Konzept nicht auf. Da kann man den Termin nicht anklicken und verschieben, wo noch etwas frei ist.
Diese Sache mit dem Irgendwann ist eine schwierige. Weil es ja doch immer pocht und treibt und von innen gegen die Bauchdecke schlägt, egal, wie weit dein T-Shirt ist. Es wummert leise aber beständig wie Herzschlag und mit ihm. Nochmal dazwischen. Es ist das leise Klicken, das es zu etwas besonderem macht. Das aus der Reihe tanzt und das permanent. Da kannst du nicht sagen, das passe oder ginge jetzt hier nicht. Das kann nicht morgen wiederkommen. Denn, wenn es mal weg ist, weißt du nicht, ob es zurückfindet. Ob du dann noch da bist. Wenn man sich immer und immer wieder auf die Zukunft verlässt, ist irgendwann keine mehr übrig. (Und geduldig war ich eh noch nie.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 22. Februar 2008 um genau 13:51 Uhr.
Kategorie : Blicke
2 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Bibo | 11. März 2008 um 0:05
das sind zwei wunderbare erste sätze, die bleiben. zumindest bei mir.
**
2. Liz | 11. März 2008 um 9:30
@Bibo. Danke, Liebes*
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