Der Neue
Ein kantiges Gesicht hat er, so wie ich es mag. Aalglatt ist was anderes. Er weiß sich zu benehmen, liegt mir zwar zu, aber nicht unter den Füßen. Er strahlt mich an, aber blendet nicht. Er schreit nicht, aber macht klar, was er will. Er muckt nicht, aber hat seine eigene Ordnung. Er ist organisiert, aber nicht unterwürfig. Und Wege eröffnet er mir, die mit dem alten nicht einmal phantasiert worden wären. Was da alles möglich ist, wage ich kaum zu probieren. Dunkler Typ, schneidige Figur, eigensinnig und mit Elan bei der Sache. Wir lernen uns kennen, wir finden uns gut, wir verstehen uns.
Er soll bleiben, er soll sehen, wie es sich mit mir so lebt, er soll mitkommen und mit mir reisen, er soll hören, was ich ihm zu sagen habe und sehen, was ich schreiben muss. Staub und Getränke mag er nicht, damit muss ich leben, Krümel findet er abscheulich und manchmal braucht er ein bisschen Zeit für sich zum Auftanken. Aber ich war mit dem Alten so kompromisserprobt, dass das hier Ferien sind. Die Erinnerungen modifizieren wir noch, ein bisschen was von früher nehmen wir mit, das macht man ja so. Aber ansonsten sind wir frisch verliebt, absolut euphorisch und intensivst bei der Sache, ein ziemlich gutes Team zu werden. Und dieses zuverlässige Charaktergesicht interessiert es überhaupt nicht, wieviele Wirsehenallegleichaus-Stylos um ihn herum turteln. Und mich auch nicht.
Denn: Er hat auch wieder eine N-Taste.
Liz hat es verfasst, und zwar am 16. Oktober 2007 um genau 10:27 Uhr.
Kategorie : Fundstücke
9 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. neugierige | 16. Oktober 2007 um 11:35
kein stoberholzmusthavemacbook¿
2. Liz | 16. Oktober 2007 um 11:47
@neugierige: Hell, yeah.
3. Kani | 16. Oktober 2007 um 12:32
Der Vermisste.
Er wurde mir genommen. Genauer gesagt entführt.
Ganz ohne Vorwarnung. Es gab keine Anzeichen
dafür, dass es passieren würde. Nur eine Ahnung,
ein Gefühl. Er war hübsch. Das wusste er und er
wusste auch, das es mir gefiel. Er hatte keine Ecken
und keine Kanten. Eher war er aalglatt und zog alle
Blicke auf sich. Mochte er es im Mittelpunkt zu stehen?
Vielleicht. Ich konnte ihm vertrauen. Er kannte meine
Gedanken, mich. Mein Gesicht, wenn es traurig war
und auch den übermütigen Blick - manchmal in meinen
Augen. Er bekam einen Teil von mir, den er beschützte
so gut er konnte. Er war stets bemüht, Erwartungen zu
erfüllen.Ich kümmerte mich um ihn. Entfernte Krümel -
Staub mochte er ebenfalls nicht. Hielt ihm die Sicht frei,
damit alles genauso sah, wie ich es tat. Ich machte Fotos
von ihm als er zu mir kam. Er war sehr jung. Konnte noch
nicht viel. Mit der Zeit lernten wir gemeinsam Neues.
Wir waren ein Team, dass passte. Aus dem selben Holz
würden die Leute sagen. Du hinterlässt ein leeren Fleck.
Nicht nur im Raum. Du warst der erste und der beste.
Für immer. Das verspreche ich dir.
4. Annegretchen | 16. Oktober 2007 um 18:05
Er geniesst sicher deine Berührungen, deine Hände. Er liebt es sicher entdeckt zu werden und dir, auf deinem Weg zu seinem Herzen, immer näher zu kommen.
:-)
Viel Spass mit dem Neuen!
Annegretchen
5. Annegretchen | 16. Oktober 2007 um 18:06
PS:
Ich hoffe, es ist die grosse Liebe. Zumindest eine Liebe, die lange anhält.
6. Liz | 16. Oktober 2007 um 18:17
@Annegretchen: Isch sach dir, der liiieeebt meine Hände..
7. nath | 17. Oktober 2007 um 0:11
… waaiber.
nath
8. Paul | 19. Oktober 2007 um 7:41
Und das schönste: er verzeiht sogar kleine Menge Kaffee (ohne Zucker!) auf die Finger.
9. Liz | 19. Oktober 2007 um 9:51
@paul: noch toller ist, dass mein bester freund ihn mag :)
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