Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Zeug

BWL und Bio-Burger

Every time you say hey

Jetzt im Winter sitzen wir am Küchentisch mit portugiesischem Portwein und stützen das Kinn auf den Handrücken. Bevor es uns zu süß in den Hals rinnt, schaukeln wir das Rot noch einmal im Glas und gucken theatralisch hinein, dahinter flackert die Kerze, wir grinsen breit. Und jetzt im Winter denken wir an den jubelnden Abend in Kreuzberg, an den Schweiß im Club und die grünen Äpfel, deren Saft uns wie Schweiß in den Mundwinkeln stand. Wir denken an das rote Tandem, das draußen auf uns wartete, und dass da nicht nur ein Tandem sondern auch noch ein Dreirad war. Wir denken an diese seltsam vertraute und offene Stimmung, obwohl wir uns alle kaum kannten, an das redselige Lachen im Club der Visionäre hinterher und den Geruch des nahen Wassers. Wir haben die Sonne aufgehen sehen und denken jetzt daran, wenn es morgens gerade erst hell wird, sobald wir das Haus verlassen. Und wir trinken portugiesischen Portwein, obwohl er nicht schmeckt, jetzt im Winter. Und wir grinsen breit, wenn jemand wie aus dem Nichts anruft und sagt, dass er auch daran gedacht hat. Gestern bei einem Bier. Und ich weiß, wie er aussieht mit dem Kinn auf dem Handrücken. Morgen kaufen wir Äpfel.

2007

Satz:“Das hier ist ein Abschied und wir reden ueber Megabytes.”
Lied: Guther - Still in this town
Blick: Morgens vom Balkon.
Album: Julius - Leise, zusammen
Film: Heima
Buch: Tilman Rammstedt - Wir bleiben in der Naehe
Raetsel: Eine verschollene Postkarte.
Konzert: Uzi & Ari // NBI
Geste: Auf die Augen kuessen.
Wort: Pang.
Bauwerk: Boote aus Nudelpackungen.

Work & Progress

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Zeitverfluggeschwindigkeit

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(Foto: Sebastian Sooth)

Da brennen die Lichter, bis es draußen wieder hell wird. Und im Bauch ist so´n bisschen Brausealarm. Das ganze letzte halbe Jahr haben wir gemeetet, geordnet, angefragt und telefoniert, geplant, organisiert und uns einen steifen Nacken geglotzt. Und jetzt ist es morgen so weit und es wird komisch sein, wenn alles vorbei ist, weil die Zeit jetzt zuvor fast nur davon bestimmt wurde. Auf der Festplatte ist kaum noch Platz vor lauter Plänen und Fotos, vor lauter Mails und Zeug. Und jetzt geht wieder alles so schnell vorbei, dass man es kaum bemerkt. Das ist, als würde man bei sich zuhause eine Party veranstalten. Man muss die Tür aufmachen, Getränke nachordern, nur einen Zahn schärfer, eine Nummer größer.

Eben das obligatorische Teamfoto vor der Spree gemacht. Alle mit roten Wangen und aufgeregt. Es stapeln sich Kartons im ganzen Büro, überall Dinge, überall Sachen. Der Kopf ist tausend kleine Teile. Man kann uns dabei zusehen durch die Scheiben im Radialsystem, das Banner hängt dort, wo es hin soll. Und ab morgen ist das Haus offen. Empfehlen kann ich den Sonnenaufgang am Morgen vom Deck aus. Der Rest ist jedem das seine, eine, andere, Geschmack und so. Ich bin da, ich arbeite, ich atme, ich freu mich. Auch irre auf den Moment am Sonntagmorgen, wenn alles abfällt, Björn von Sometree legt auf, hoffentlich auch ein paar der Lieder, die uns das letzte Jahr waren. Und wie jemand aus dem Team neulich so schön sagte, als wir vom See kamen: “Man sollte sich dann nicht scheuen, einfach auf die Knie zu fallen oder loszuheulen. Solche Momente muss es geben.

Und woran wird man denken danach? Woran sich erinnern?

Spreesprünge

Aus dem Meeting-Marathon heraus noch einmal kurz der Hinweis darauf, dass man durchaus auch in einem anderen Blog mitverfolgen kann, womit ich so meine Zeit verbringe und wie es mit dem Festival vorangeht.

Edit 1) Ich will an den See. Ich will die Sonne nicht nur durch die Scheiben auf meinen Beinen sondern ganz unverschämt direkt auf meinen Bauch geballert, bitte. Dazu die Möglichkeit, mich in köstlich kaltes Nass zu schmeißen. Kopfüber, wenn´s geht.

Edit 2) Wenigstens hat´s noch zu einem Feierabendbierchen an der Spree gereicht.

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Wir nennen es Startschuss.

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So, liebe Leute. Jetzt ist es soweit. Es gibt eine neue Seite im Internet und dahinter steht ein neues Festival zu einem nicht mehr ganz so neuen Buch. Das Ganze heißt “9to5.Wir nennen es Arbeit” und ist das, was nach der ganzen Diskussion um die Digitale Bohéme und dem Buch von Holm Friebe und Sascha Lobo irgendwie auch kommen musste: eine Erweiterung des Textes, eine Versammlung all jener, die sich angesprochen oder angestubst fühlten durch dieses Buch. Und der Bezug zur Realität, ganz hübsch zum Angucken, Streicheln und Mitmachen für die, die bisher noch nicht ganz geschnackelt haben, was das eigentlich sein soll, ein Leben jenseits der Festanstellung, und für die, die sowieso so leben.

Vom 23. bis 26. August findet das Festival-Camp samt Großraumbüro, Wlan für alle, Feierei und Action-Messe drei Tage lang auf dem Gelände des Radialsystems am Ostbahnhof statt. Wir stemmen das, wir freuen uns drauf und näheres dazu gibt es im Festival-Blog sowie immer mal wieder hier. Über Unterstützung, Anregung, Kritik und sonstige Reaktionen wird sich wie immer gefreut.

(Und wer am letzten Wochenende auf dem Immergut-Festival war, weiß jetzt auch, was das für ein Zeug war, von dem Simon von Sir Simon Battle da vor dem einen Lied gequatscht hat. Und weil Simon einen Song hat, der genauso heißt wie das Festival, ist er dort ebenfalls live zu sehen.)

Mit dabei und schon ganz hibbelig der Kern der Zentralen Intelligenz Agentur samt Umfeld: Jörn Morisse, Kathrin Passig, Sascha Lobo, Sebastian Sooth, Moritz Metz, Martin Baaske und Thomas Weyeres, Holm Friebe und meine Wenigkeit. Auf auf.

Hitzetote in Berlin

Unser Kühlschrank lebt nicht mehr. Das ist eigentlich schlimm. Das ist eigentlich sehr schlimm. Verbringen Sie doch mal bitte bei diesen Temperaturen eine Woche ohne Kühlschrank und Sie werden dieses Gerät in ihrer Küche wieder wirklich zu schätzen wissen! Nix mit Milch. Nix mit Eiswürfeln. Nix mit Gemüse. Alles Matsch und bei diesem Wetter spätestens nach einem Tag ungenießbar. Schön, dass sich auch der Schlauch der Waschmaschine dem gleich angeschlossen hat. Tschüss und auf Nimmerwiedersehen ohne Vorwarnung.

Aber wir sind ja nicht umsonst großartigst emanzipiert und total eigenständig. Wir hängen nicht an solchen Sachen, wir tauschen aus und schieben Nicht-Funktionales einfach ab. Rigoros und ohne Gnade. Deswegen gibt es auch morgen einen neuen Mitbewohner im Hause Rank-Lindemann. Ja, wir haben eingeparkt und ausgesucht, bezahlt und uns gefreut. Wir werden ihn hätscheln und mit großem Beifall empfangen und den Männern, die uns das neue Kühlgerät in den vierten Stock tragen, werden wir zujubeln. Das können wir neben Aussuchen auch total gut. Und wenn uns dann die starken Männerarme noch den neuen Schlauch so fest an die Waschmaschine drehen, dass wir nicht wie vorhin quasi unter´m Rasensprenger stehen, kann der Sommer kommen. Eis gibt´s dann auch wieder. Und hinterhergeheult wird nich.

Abends halb zehn am Ostkreuz

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Caro: “Eigentlich müsste ich sagen: Geh weg, dein Herz stinkt.

Vokuhila oder Pudel

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Meine Haare und ich verstehen uns ganz gut. Ab und an nerven sie, meistens morgens, aber wir haben eben auch schon schwierige Zeiten miteinander durchgestanden und waren uns dabei eigentlich nie wirklich spinnefeind. Anders geht es da meiner besseren Hälfte Frau Lindemann. Sie und ihre Haare können nicht so richtig miteinander. Schlimmer noch: Ihre Haare und Friseurgeschäfte können nicht miteinander.

Mit Freude betritt Frau Lindemann jedes Mal solche Geschäfte, schaut mit großen, blauen Augen in der Weltgeschichte herum, wackelt im Scheren-Klapper-Takt mit den bestiefelten Füßen und hibbelt herum, dass es eine Freude ist. Dies ist jedoch meist vorbei, sobald sie beumhangt auf diesen drehbaren Rollstühlen vor einem Spiegel sitzt und jemand neben ihr die Schere zückt. Räkelte sie sich vorher noch bei einer Kopfmassage zufrieden schnaufend unter den flinken Händen des Frisörs, schaut sie ihn jetzt an, als hätte er eine ansteckende Krankheit. Frau Lindemann ist skeptisch geworden. Nicht ohne Grund.

Da war es also gestern wieder soweit. Frau Lindemann scharwenzelte so durch die große Stadt und ging vergnügt ihres Weges in einen Friseurladen. Die erste Skepsiswelle überrollte sie, als sie sah, dass der Stuhl, auf den sie sich zu setzen hatte, extrem weit vom Spiegel entfernt war. Frau Lindemann ist jedoch unerschrocken und bestellt erst einmal: „Ja also, die Länge bitte beibehalten, vorne etwas kürzer und den Pony auch ein bisschen kürzer. Sonst nicht so viel abschneiden. Die sollen wachsen!“. Es nahte jedoch die zweite Welle, als die gute Frau Dienstleisterin am Hinterkopf begann zu schneiden. Frau Lindemann meint, das ist kein gutes Zeichen: „Das zwingt den halbblinden Kunden noch mehr, Vertrauen in eine wildfremde Person mit geschätzten 100 Scheren stecken zu müssen. Man ist hilflos!“ So hilflos saß sie also und sah ihren Haaren beim Herunterfallen zu. Man darf jedoch nicht vergessen zu erwähnen, dass Frau Lindemann noch folgendes zum Besten gab: „Vielleicht sind die Haare etwas zu dick und ich fühle mich wie mit Hundeohren“. Frau Haarschneidemaschine meinte dann nur: „Ja, ich verstehe. Ich schneide es dir auch ein bisschen weicher, damit sie runder fallen, ok?” - “Ok“, sagt Frau Lindemann und überlässt sich den Händen der Dame… Und nun der Text einer Kurzmitteilung, die mich kurz nach Verlassen des oben erwähnten Etablissements erreichte: „Ich stürze mich gleich vom Balkon. Vokuhila oder Pudel, was ist schlimmer? Ich bin es.

Ist sie nicht. Weiß jeder, sieht jeder. Aber die eigene Wahrnehmung ist ja doch eine andere und meistens die wichtigste. Jedenfalls macht sie sich in diesen Sekunden auf, um sich zu beschweren. Wir wünschen Ihr alles erdenklich Gute. Und der Friseurfrau wünsche ich, dass sie die Mütze, die sie nach Angaben Frau Lindemanns über ihren kurzen Haaren trug, in die Hand nehmen und rennen kann.

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Foto: Thomas Kastning, Portugal 2006
Model: Frau Lindemann mit Mütze