Opa schreibt eine SMS
Liz hat es verfasst, und zwar am 19. September 2006 um genau 13:57
Kategorie : Opa sagt... | 12 Kommentare
Liz hat es verfasst, und zwar am 19. September 2006 um genau 13:57
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September. Regen. Sonntagnachmittag. Prenzlauer Berg. Zionskirchplatz. Opa und ich.
“Du kennst doch noch den Herrn Koch, mit dem ich zusammengearbeitet habe. Er und ich waren einmal am Liebnitzsee nackt baden, dort wo es so steil ins Wasser geht. Nachdem wir eine Weile geschwommen waren und noch nass am Ufer standen, sah ich zwei Männer auf uns zu joggen. Joggen ist ja ziemlich zeitlos, das hat man damals auch schon gemacht. Ich sah genau hin und meinte zu Herrn Koch: “Schau mal, schau mal, der Egon Krenz!”, während wir da noch splitternackt herumstanden. Naja und da kam er schon auf uns zu und sagte uns höflich Guten Tag. Als Erster, stell dir das mal vor! Naja, und so kam es, dass Egon Krenz meinen nackten Hintern sah. Wie ich jetzt darauf gekommen bin, weiß ich auch nicht mehr… Willst du noch was trinken?”

(Dies ist der Beginn einer neuen Serie. Der ersten Serie hier. Und doch war dies schon länger geplant. Das heutige Frühstück gab den Ausschlag zum Start. An Sonntagen darf man ruhig mal anfangen. Und mein Opa erzählt ziemlich viel. Nur zum Aufschreiben ist er zu faul.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 3. September 2006 um genau 17:16
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Und aus dem Briefkasten fällt mir ein Stück Familiengeschichte entgegen. Der Großvater ist wieder auf dem kleinen Berg, um den die Seen liegen. Von dem aus man ins Tal und auf den Nebel am Morgen sehen und sich zu Hause fühlen kann. Dort hat er seine Gemüsemanufaktur, dort holt er Luft. Dort steht die schwarze Simson im Schuppen und im Garten das alte graue Pferd.
“ALLES NUR FASSADE? Das wüßten wir schon lange gern, was die Leute gegen Fassaden haben, und gegen schöne zumal. Gewiß, jeder hat es gern, bei Häusern wie bei Menschen, wenn sich hinter einer attraktiven Außenseite auch ein angenehmes Inneres verbirgt. Andererseits, wenn innen nicht so viel los ist - warum soll man sich dann nicht wenigstens an einer schönen Fassade erfreuen dürfen? Alle Welt redet über den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses; aber interessiert sich außerhalb weltfremder Spezialistenkreise jemand dafür, wie das Ding von innen ausgesehen haben könnte? Wir in Bayern sind da schon weiter:
Als das Bamberger Böttingerhaus vor hundert Jahren von der Spitzhacke bedroht wurde, löste ein Menschen namens Rank dessen barocke Fassade kurzerhand ab, schaffte sie nach München, stellte einen steinernen Würfel an den Nordrand des Luitpoldparks und klebte dem sein Stück Beutekunst so perfekt an, dass das Resultat mittlerweile ohne weiteres als einheimisches Barockjuwel durchgeht. Da stand es nun, dank Rank: Das Bamberger Haus….”
Nirgends gibt´s soviele Ranks wie dort. Mein Großvater ging dort auch mal zur Schule. Und in Gedanken seh ich schon D. und ihn bei einem Bier sitzen und schwadronieren… über Bayern und Österreich und eben auch über Oberfranken. Dabei haben sie sich bis jetzt nur per Video-Chat gesehen. Wahnsinn.
Liz hat es verfasst, und zwar am 23. November 2005 um genau 20:26
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