Hallo Hamburg.


…dass ich 1. bei Dussmann und 2. auch noch neben Herrn Rammstedt stehe. Somebody ist Inez. Wenn man malen würde, was da heute in mir drin los war, hätte man wahrscheinlich ganz viel bunten Krimskrams mit ein paar Comicgeräuschen gekritzelt. Und kleine Herzen an den Rand.

Und hier ist ab heute alles ein bisschen anders und neu. Anders und neu, weil auch alles drumrum ein bisschen anders und neu ist, denn das Buch steht ab heute in den Läden. Ich bin ja dafür, dass alle, die es erkennen oder irgendwo liegen sehen, kleine bunte Zettel mit Notizen zwischen die Seiten legen für diejenigen, die es dann vielleicht später einmal durchblättern, und die dann vielleicht auch einen Zettel hinterlassen. Bunte Miniseiten zwischen weißen Nichtganzsominiseiten, das wär was.

Zuerst ist es gefräßiger Krankenbesuch, der einem alle Kekse wegisst, weil man selbst dazu gerade nicht in der Lage ist.

Und danach ist es der Briefträger, der einen auf Englisch fragt, ob man denn aus England käme, der Name sei so toll und überhaupt habe das ja etwas königliches, im neunten Stock zu wohnen und so große Pakete zu bekommen. Dann drückte er mir das Paket in die Hand und wünschte mir einen schönen Tag, “your majesty”. Und jetzt sitze ich da und traue mich nicht, die Bücher auszupacken, weil ich sie wahrscheinlich vollniese.

Jan Drees hat im Bücher Magazin über mich geschrieben. Ein Interview mit mir gibt’s zusätzlich online. Und Deutschlandradio Kultur hat auch was zum Buch zu sagen.
(Das fühlt sich alles noch ziemlich komisch an.)

…trägt das Buch den großartigen Herrn Bokelberg Huckepack.

Ich hatte den Vertrag unterschrieben und bin mit dem Papier in der Tasche auf dem Fahrrad nach Hause gefahren. Da war es wärmer und ich kam mir so bescheuer vor, mit Tränen in den Augen auf der Brücke zu stehen, aber manchmal ist es so schwer, sich bei Heulen und Lachen für das Richtige zu entscheiden und beides zusammen sieht dann zwar dämlich aus, fühlt sich aber am okayesten an. Und dann finde ich mich heute viele Monate später in dem Gebäude wieder, das früher mein Finanzamt war, und zwei Hände legen mir was auf den Schoß, wo mein Name draufsteht, es ist noch nicht komplett zusammengeklebt, aber man gibt mir einen Schnipsgummi mit. Und als ich das Haus verlasse, muss ich zwar aufpassen, nicht alle drei Meter hinzufliegen, um dann wie ein zappelnder Käfer auf dem Rücken liegend mit den Ärmchen und Beinchen zu strampeln. Aber irgendwie tänzele ich dann doch wagemutig und beinahe leichtsinnig zwischen Eis und Pfützen umher, denn es ist egal. Ich habe diesen kleinen Haufen Papier in der Tasche und ich wäre vielleicht ein hilfloser Käfer, wenn ich flöge, aber immerhin ein breit grinsender. Das ist definitiv auszuhalten.
(Und abends im Bett dann, wenn einen Moment Ruhe ist, und das Dings immer noch neben einem liegt als Beweis, dass man das nicht geträumt hat, dann weiß man, dass so Sachen wie Träume wahr werden können und das macht vieles und damit auch eigentlich alles sehr sehr gut. Ich hab niemals gedacht, dass das wirklich passiert, als ich’s mir mit fünf Jahren gewünscht hab. Ja, es riecht komisch, aber wie bei Babies ist auch das irgendwie nebensächlich.)