Little Bit

Die Kapuze tief ins Gesicht ziehen und Pfützen in Mitte umspringen. Dann atemlos zwischen den knalligen und teilweise erschreckend nahen Photographien von Bettina Rheims stehen. Bei den ausgemergelten Körpern auf den Bildern von Yvonne Thein dann husten müssen, weil der Kloß im Hals plötzlich in Bewegung kommt durch die totale Überzeichnung und den realistischen Wahnsinn. Danach sich durch die Massen aus Feiertagsfamilien und Touristen bei den Lindenbäumen schlängeln und drinnen die Jacke von der Haut pellen. Mit großen Augen vor der riesigen blauen Wand in der Deutschen Guggenheim Berlin stehen und sie sofort adoptieren wollen, einpacken und mitnehmen, zuhause wieder aufstellen, den ganzen Tag draufgucken. Und in den zwei kleinen Räumen bekomme ich nicht genug von den Weiten, von dem guten Blau und einem Winter, der ganz still und bewegungslos daliegt. Nicht einer wie hier, der die ganze Zeit herum- und zerläuft. Später durch den Hagel in Richtung sichere Burg.

Und am Wochenende solltet ihr euch einpacken und warm halten. Vielleicht wie ich ein paar Eier in bunten Essig legen, ein bisschen backen, gute Musik hören, den Kopf hochhalten und rumtanzen. Ich such nix, hab ich mir geschworen. Ich find dieses Jahr die Sachen gut, die man nicht ewig suchen muss sondern entspannt von selbst angerollt kommen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 21. März 2008 um genau 20:50
Kategorie : Kultur, Moi | 0 Kommentare

 Schneestubs & Gestöber

Das Wetter kann sich nicht entscheiden, das Leben auch noch nicht so richtig. Und so macht man einfach, was einem gesagt wird, und wartet nebenbei noch ein bisschen weiter. Jetzt ist es auch egal, das macht nun keinen Unterschied mehr. Produktivität klatscht Zweifel ab und nimmt ein bisschen Spannung mit. Immer noch so ein Vakuum. Immer noch kein Ja und kein Nein. Und mittlerweile wieder das Gefühl, die Erwartungen an alles sind zu hoch, an mich, an dich, an den Job, den es nicht gibt, an das Leben, das man sich denkt, an die Menschen, die man liebt.

Aber was das Eierhäuschen betrifft, telefoniere ich. Es gab ja doch - ähm - Resonanz. Die Stifung Denkmalschutz Berlin hat es angeblich auf dem Plan, aber nicht ganz oben, eher im Gegenteil. Die Spreeparker erreicht man nicht, diesen Umweltschultz-Verein, der sich kümmern will, auch nicht. Abwarten. Aber ich erzähle es rum, ich drücke ein bisschen auf den wunden Punkt und suche weiter. Investoren, Ideen, Begeisterte. Wir brauchen eine Lotto-Tipp-Gemeinschaft, eine Bewerbungswelle für Shows, in denen man Geld gewinnen kann, wir brauchen gute Kontakte und vielleicht einen Verein. Ach.

Vielleicht braucht auch jeder nur grad ein bisschen Frühling. Ich will mich auch wie so´n Krokus fühlen. Mit dem Kopf durch die Eisdecke.

Liz hat es verfasst, und zwar am 19. März 2008 um genau 18:18
Kategorie : Moi | 6 Kommentare

 Geh doch zu deiner Schrankwand.

Ich schreibe nach drei Gläsern Wein und ohne jemanden vorher nach der Relevanz oder Objektivität zu fragen. Und ich schreibe nur aus meiner weiblichen Position heraus, aus meiner Postadoleszenz, aus meiner Ost-Berliner Vergangenheit, aus meinem einfachen Eindruck nach einem solchen Abend, aus einem Gefühl.

Manchmal verschlägt es einen beruflich in Kreise, in denen man sich sonst eher selten bewegt, die man aber kennt aus anderen Berufserfahrungen heraus oder irgendwelchen Bildungsgeschichten, aus den Nachrichten und ein paar Erzählungen. Man hat ein paar Vorurteile und ein Paket Toleranz mit dabei, eine leise Ahnung und ein bisschen Langeweile, ein Stück Neugier und einen Funken Hoffnung. Und dann sitze ich da doch zwischen mehreren gebügelten Gesichtern, zwischen Schlips- und Anzugträgern und höre zu, wie von bärtigen Grauhaarköpfen über Jugend gesprochen wird und wie sich von Amts wegen interessierte Frauen anhand von Zahlen ein Bild über Identitäten machen.

Ich weiß, man darf es sich nicht so einfach machen. Aber das gilt für alle Richtungen. Und ich zappele auf dem Stuhl herum, wenn jemand versucht, mir das Interesse Jugendlicher (mit oder ohne Migrationshintergrund) anhand von Zahlen zu erklären, die nicht nach simplen Wurzeln fragen. Gut, ein Ist-Zustand ist eine schöne Sache. Wenn dann aber lose in die Luft und mit ein bisschen Wenn und Aber argumentiert wird, wenn wild Spekulationen in den Raum geworfen werden, ohne auch nur einen einzigen Jugendlichen zu fragen, dann werde ich wütend. Wenn angeprangert wird, wie uninteressiert DIE Jugend sei, ohne auch nur einen Blick auf den Lebensalltag zwischen enormem Leistungsdruck, globalem Denken, veränderter Verortung der eigenen Kultur und Medienentwicklung zu werfen. Wenn nicht einmal über die Ursachen sondern immer nur über die Folgen geredet wird. Wenn sich der Speckbauch gekrault, das Lachsröllchen in den Mund gestopft aber nicht auch nur ein Satz mit denen geredet wird, die sich vielleicht noch ein bisschen erinnern können an die Zeit, durch die alle irgendwie mal müssen, die über zwanzig Jahre alt werden.

Sie sprechen von den Möglichkeiten, die die Jugend ja nun mal nutzen müsse, sie würden ihr ja reichlich zur Verfügung gestellt. Ach und man wisse auch nicht genau, woran das eigentlich läge, es gäbe ja Studien hier und da, aber ach, das könne man ja auch während des gemütlichen Teils des Abends diskutieren. Aber sie sprechen nicht innerhalb ihrer Möglichkeiten mit uns, mit den ihnen gerade abhande kommenden Wählern, ihren Rentenzahlern, auch wenn wir direkt neben ihnen stehen, sie noch fragen, ob es denn schmecke. Sie grinsen nur, wischen sich den Mund ab und reden über das nächste Sammeltaxi.

Und ich stehe am Spreeufer mit Blick auf´s Bundeskanzleramt, schreie einmal laut in den nassen Sturm und gehe dann zur Bahn, in der wie in den letzten Tagen immer dieser eine unglaublich anstrengende Rapper sitzt, der über zig Stationen durchhält, die Passanten anfaucht und jede Artikulation mehr spuckt denn sonstwas. Er sagt, seine Texte seien sehr politisch. Ich verstehe ihn nicht.

Liz hat es verfasst, und zwar am 12. März 2008 um genau 23:35
Kategorie : Moi | 4 Kommentare

 We appreciate the illusion

Man geht einmal durch die ganze Wohnung, öffnet hier und da ein paar Fenster und schiebt dabei den Staub vor den Füßen her, der sich in der letzten Woche gesammelt und gesetzt hat. Der Rest klebt dann an den Knien, am Bauch und im Gesicht. Man schüttelt den Kopf über das Wetter beim Blick in den Hof und denkt daran, was diese Geste in einem anderen Haus in einer anderen Stadt noch einen Tag zuvor alles versprach. Man sieht den schwarzen Koffer im Flur stehen, den Mantel achtlos daneben geworfen. Dann hängt man ihn auf, legt den Koffer auf´s Bett. Nach zehn Minuten macht man die erste Waschmaschine an und während diese gemütlich vor sich hin brummelt, so wie es draußen auch nur gemütlich vor sich hin zu brummeln scheint und die Sirenen ausbleiben, sitzt man in dem kleinen Haufen aus Papier, streicht mit dem Finger die Falten glatt, seufzt, setzt Kaffee auf und fragt sich, was wohl so passiert ist in einer Woche. Hier.

Im dunklen Ankommen sieht man nur, dass sie am Ostkreuz die eine Treppe fertig haben. Und dass die Müllabfuhr hier noch kommt. Und dass der Verlag seinen Vertrieb nun wieder im Griff hat. Man kann am Hängewinkel der Pflanzenblätter abschätzen, wie lange man weg war und meint, mit dem Plätschern des Wassers in den Blumentopfunterteller auch gleich einen aufatmenden Laut zu hören. Und zwischen den vielen kleinen Zetteln liegt auch eine To-Do-Liste aus der unruhigen Langeweile am Flughafen, die man zwischen den Städten hat. Geschrieben als Verortung im Nachher. Jetzt aber schiebt man die Liste noch einmal ganz nach unten in den Stapel und macht Kaffee, dessen Duft sich langsam in der leeren Wohnung verteilt. Ankommen braucht Zeit.

Liz hat es verfasst, und zwar am 4. März 2008 um genau 9:21
Kategorie : Berlin, Moi | 0 Kommentare

 I´ll write you a postcard, I´ll send you the news

Vielleicht hätte ich dir dieses eine Buch geschenkt. Oder dich gestern mitgenommen zu den Stars ins Kesselhaus, wo du vielleicht neben mir gestanden und manchmal, wenn ich es nicht sehe, den Kopf geschüttelt hättest. Vielleicht hättest du aber auch gegrinst wie damals, als die Lichter vorne bunt und wir beide unbesiegbar waren. Ich saß auf deinen Schultern. Ich hörte nichts vom Rest der Welt.

Vielleicht wären wir danach noch ein Bier trinken gegangen, irgendwo zwischen all den lauten Menschen. Und du hättest deinen Kopf in die Hände gestützt und nach draußen geschaut und ich hätte gewusst, wie du aussiehst. Mit mehr Falten an den Augen und vielleicht noch weniger Haar. Und ich hätte nicht bemerkt, wie es ist, dich zu kennen, wenn wir beide älter sind. Wir hätten einfach da gesessen und leise in deinen Geburtstag gefeiert und vielleicht wären um kurz nach zwölf deine Freunde mit lautem Hallo noch dazu gekommen. Die Kerzen hätten sie schon draußen angemacht und du hättest sie kommen sehen.

Vielleicht hättest du mich gemocht. Vielleicht wärst du stolz gewesen auf dich. Vielleicht auch ein bisschen auf mich. Und wahrscheinlich wäre es völlig normal gewesen, dass ich am Morgen vor einem Kuchen stehe, der nicht für mich ist. Heute steht darauf eine Kerze, die ich nicht auspusten kann, weil das immer derjenige machen muss, der Geburtstag hat. Das ist diese Geschichte mit den Wünschen, die so jetzt nicht mehr funktioniert.

(Happy Birthday, Love.)

Liz hat es verfasst, und zwar am 13. Februar 2008 um genau 9:23
Kategorie : Moi | 4 Kommentare

 Längsrissig, nicht schuppig

Das mit den Abschieden hatten wir hier ja nun schon hundertmal, aber nicht eines: ich werde besser. Nennen wir es nicht abstumpfen, aber die Bewegung zuhause vor dem Spiegel geübt haben. Dass man sich, wenn man sich einmal in Bewegung gesetzt hat und zwar in die entgegengesetzte Richtung, besser nicht noch einmal umdreht, weil es dann keine Enttäuschungen gibt, wenn einem der letzte Blick abhanden gekommen ist. Der, von dem du dachtest, du könntest ihn mitnehmen zum Erinnern und immer mal wieder Rausholen, wenn es scheiße ist und noch ein bisschen beschissener sein soll. Das ist der, der immer anders ist, als man denkt. Und mit dem man sich in seinem eigenen Film aber doch ein bisschen zu sehr ans Drehbuch erinnert fühlt. Der, der immer zu kurz ist und immer zu lang. Und nie angemessen. Der, bei dem dir die Worte fehlen. Und auch der, von dem du nie dachtest, dass es wirklich der letzte sein würde.

Ich weiß also jetzt, was man sagt. Und wie man es sagt. Ich kenne die Phasen, die danach kommen mit ihrem Symptomen. Die Wut mit dem Löschen der Nummer aus dem Handy, die Melancholie, mit der man die Nummer aber noch in der Anrufliste lässt und sie an den Zahlen erkennt. Die Enttäuschung, mit der es nie die Nummer ist, die aufblinkt, wenn jemand anruft. Die Nervosität, wenn dann doch noch etwas ist. Die Erleichterung beim Auflegen. Das sich Zusammenreißen. Und die Gelassenheit am Ende. Die Wehmut, weil “hätte ich” und “wärst du” immer noch irgendwo herumschwirren und laute Geräusche dabei machen. Das Bedauern, wenn du über die Brücke gehst und einen Blick zur Seite wirfst unter den Ahornbaum, der mal ein Treffpunkt war, eine Pause, ein Aufatmen, ein Geheimnis, ein Vertrauen, eine Auszeit. Jetzt ist es ein Ahornbaum. Daneben steht noch einer, der sieht fast genauso aus. Aber eben nur fast.

Liz hat es verfasst, und zwar am 7. Februar 2008 um genau 1:16
Kategorie : Moi | 4 Kommentare

 Einen für alles

Manchmal stricke ich mir jemanden. Einfach so aus dem Moment heraus und ohne lange zu überlegen. Das schmeichelt den meisten, wenn man sie so anschaut. Mit in Falten gelegter Stirn und das Kinn auf die Hand gestützt und mit Konzentration, die einen nicht merken lässt, was man derweil mit den Lippen oder der Zunge so tut. Das tut ihnen meistens gut. Ich lege dann Zeichnungen an, die von Tag zu Tag konkreter werden, erst mit Bleistift auf Butterbrotpapier, dann mit Seife auf Stoff. Manchmal nehme ich im Nachhinein ein paar Änderungen vor, aber das passiert meistens alles so schnell, denn die Menschen bewegen sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. Man muss sich schon beeilen, wenn man aus einem flüchtigen Moment etwas erkennen will, das für ein Schnittmuster taugt, einen Plan, eine Vorstellung.

Mit kurzen Strichen fahre ich die Umrisse nach, stelle mich manchmal ein bisschen weiter weg, weil man so besser den Überblick behält, aber immer nur kurz. Ich verliere den Faden nicht gerne aus den Augen. Und dann geht es los, dann wird der Faden um Nadeln geschlungen, dann mache ich etwas aus diesem losen, langen Strich, eine Figur, ein Gesicht, ein paar Charakterzüge, die anfangs verteilt und chaotisch im Zimmer herum liegen. Durch Gestricke kann man nicht mehr so gut durchsehen, wenn man sie gut gemacht hat, aber sie passen sich angeblich Körperformen an, lassen erahnen, wer dahinter steckt. Zwischen den Maschen schimmert es durch, meistens blicke ich dann nicht mehr auf.

Ist es dann fertig, passt es oft nicht. Ich ziehe es der Vorlage an und sie verschwindet darin, alles fällt in Wasserfällen an ihr herunter, nichts hält oder sitzt so, wie es sollte. Meistens ist es ihnen einfach zu groß und zu schwer. Obwohl es ihnen schmeichelt, dass man es versucht. Dass man sich so ins Zeug gelegt hat. Und dann nimmst du deine Sachen und den vielen Stoff, weil du die Zeit nicht einfach wegwerfen oder ins Altpapier schmeißen willst, und hebst es zuhause auf, bis die Motten kommen und dir einen offiziellen Grund geben, dich zu verabschieden. Man begegnet sich dann nie wieder, aber manchmal, wenn man den Absprung doch früher schafft, sieht man auf der Straße jemanden, der deinen Pullover trägt. Oder die Weste, die du gemacht hast. Manchen steht es ganz gut, aber dann ist es auch schon egal geworden. Ich sollte lieber sticken. Ist auch ein Buchstabe weniger. Manchmal kommt es auf Belanglosigkeiten eben an.

Liz hat es verfasst, und zwar am 31. Januar 2008 um genau 18:11
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 12-1

Das ist nicht der richtige Januar, der richtige Januar ist irgendwie anders. Da macht man Vorsätze und schreibt sie vielleicht auf, wenn man Listen mag, und verbummelt diese Listen dann. Manchmal mit Absicht. Ein Januar ist kalt, so kalt, dass die Gänsehaut auf dem Kopf zum festen Bestandteil wird, der Januar macht sich ein bisschen Platz, ein bisschen Luft und zeigt dir mal ordentlich, wo es lang geht. In einem solchen Januar kannst du dir überlegen, welche Entscheidungen du treffen willst, ob du weitergehst oder noch einmal ein paar Schritte zurück, weil es da so schön war, in einem solchen Januar ist es noch nicht zu spät.

Aber dieser hier hat kein Gesicht, der ist keine Verlängerung vom Dezember und kein artgerechter Anfang eines neuen Jahres. Dieser hier steht so rum und sagt Ja. Und Amen. Der lässt sich rumschubsen, hält den Mund und lässt den Rest einfach machen. Dieser hier hat keine Meinung, sich noch nicht entschlossen, atmet lau. Und es scheint, als habe er es nicht geschafft, diesen ganzen alten Mist ordentlich abzuschütteln, sich frei zu machen. Dieser hier hat tausend Einkaufstüten in der Hand und ständig fällt was raus, die Henkel drohen zu reißen, schneiden Striemen in die Hände. Und er geht trotzdem weiter, weil er so schnell wie möglich nach Hause will. Ich hoffe, der Februar hat einen Arsch in der Hose, ist ein bisschen entschlossener (ein bisschen würde schon reichen), dann könnte es losgehen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. Januar 2008 um genau 10:14
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 Wort zu einem Sonntag

Das hat im Rücken gezogen wie Sau, der Kopf hing ganz unten. Und noch nie hatte ich an einem Jahresende soviel Blut in der Birne und noch nie so viele Pläne. Nach ein paar Tages Auszeit ist jetzt alles wieder dort, wo es hin soll, die Dinge rutschen an ihren Platz zurück. Manchmal braucht man künstliche Umkehrpunkte für den Muskelaufbau, einen Tritt in den Arsch, auch wenn es nur ein Kalender macht. Man schreibt die Jahreszahl ja doch ganz schön oft, man kann ihr ruhig ein bisschen Bedeutung gönnen. Aber der Hals ist jetzt ganz gut drauf, kann den Kopf wieder allein aufrecht halten, um ihn hängt das Band der neuen Kamera, auf ihm sitzt eine neue Mütze. Und drinnen, da steppt der Bär. Und Dehnung muss ja auch mal sein, das gehört dazu, sonst verkürzt sich alles und dann läufst du schief und bekommst es irgendwann nicht einmal mehr mit, bis du irgendwann in einer Bar mal einen Orthopäden triffst, der nicht weiß, was er sagen soll und dich dann nach deiner Skolliose fragt.

Wir werden die ganze Zeit älter, wir nehmen was in die und manche Menschen an die Hand und vielleicht wird alles gut. Und wenn nicht, haben wir´s wenigstens versucht. Man muss die Füße und den Boden und die Schienbeine halt mal von Nahem gesehen haben, manche machen das aus Spaß jeden Tag, da wird schon was dran sein.

Liz hat es verfasst, und zwar am 6. Januar 2008 um genau 12:42
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 Noch schnell.

Auf Wiedersehen sagen. Staub wischen. Aussortieren. Wegschmeißen. Rausgehen. Luft holen. Runterkommen. Im letzten Jahr angefangene Bücher zu Ende lesen. Die Sache mit dem Grundvertrauen nochmal in Angriff nehmen. Flaschen wegbringen. Namen löschen. Wäsche waschen. Adressen aktualisieren. Die Registrierung in der Knochenmarkspenderdatei abschließen. Abonnements kündigen. Abonnements abschließen. Haare schneiden. Die guten Platten oben auf den Stapel legen. Checken, ob die Texte der guten Lieder abrufbar sind. Fenster putzen. Akkus aufladen. Briefe eintüten. Fotos einkleben. Die letzten Seiten beschreiben. Sich im Dazwischen einrichten und die Frage lassen, warum es sich das ganze Jahr über wie ein Dazwischen anfühlt (zwischen den Jahren sind Tage und dazwischen sind Stunden und dazwischen Minuten und Sekunden und dazwischen bist eigentlich nur noch du selbst und wenn du es dann runterbrechen willst, kannst du auch sagen: Zwischen den Jahren, da bist nur du). Hinnehmen. Daumen drücken. Die Vorräte erneuern. Flüge buchen. Immer noch nicht wissen, was kommt. Sich in der Badewanne zurücklehnen und untertauchen, dabei die Augen aufmachen und gucken, inwiefern sich der Ausblick im Vergleich zu diesem Augenblick im letzten Jahr verändert hat. Fäden durchschneiden. Anlauf nehmen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 29. Dezember 2007 um genau 17:05
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