Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Moi

These times when you forget about time.

I don’t need a watch, I do have my pace. The only meeting I have to remember is the one with the waves. And I bet the seagulls remind me of someone but this is not the case. This is not the case in so many ways. I am here and I don’t need time. Because there’s water beside me and the sea is mine.

Raus.

Two in two.

Manchmal muss man kurz raus, atmen, laufen, gucken, schreiben, schlafen. Und dann weitermachen. Manchmal kann man in der Stadt den Hebel nicht umlegen, der dorthin führt, wo man hin will. Manchmal muss man Pausen einlegen und ans Meer fahren.

Mister Soprano

(Mit Dank an Kasa für das tolle Eulengeschenk, an Lisa für diese mich immer wieder berührende Postkarte und an Katinka für Mr. Tony Elephant Soprano.)

Die wichtigen Dinge in einem Tresor.

Your secret from Jean-Sebastien Monzani on Vimeo.

Und obwohl dieser Film von Herrn Monzani natürlich auf die Post-It-Ästhetik geht und mir manchmal ein bisschen sehr nach den klassischen Hipster-Tumblrs aussieht, freue ich mich an der Grundaussage. Dinge leise geschehen zu lassen. Den Mund zu halten. Einen Schritt zurück zu gehen. Nicht sofort lauter zu drehen. Geheimnisse zu haben.

Immer und immer wieder fragen mich Menschen, ob es nicht seltsam wäre, so ein Blog zu schreiben, Dinge zu erzählen, Geschichten, Photos und all das. Und immer und immer wieder muss ich lachen, weil es so einfach wäre. Es wäre so einfach alles zu erzählen, so wie es passiert ist, wie die Situationen waren, jeden zu zitieren, den man getroffen hat. Ich könnte ein Photo meines Lebens machen und hochladen, ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht, weil es so einfach wäre, weil es so seltsam wäre, weil es so einfach und deswegen so schwierig wäre. Und weil damit jede Grenze ihren Job verlieren würde, jede persönliche Distanz. “Ich bin hier ein bisschen” antworte ich jedes Mal. Und ja, ich bin hier ein bisschen, manchmal mehr und manchmal weniger, die Dinge, die hier zu lesen sind, haben natürlich mit mir zu tun. So wie mein Buch mit mir zu tun hat, ganz allein, weil ich es gedacht und geschrieben habe. Ich denke die Dinge, aber deswegen bin ich sie nicht. Das ist alles eine Frage von 1:1 und Verhältnissen.

“Du bist ja gar nicht so traurig, wie ich dachte” fragt man mich ab und an. Und wieder muss ich lachen, weil da wieder jemand dachte, dass er mich kennt. Wie einfach das wäre. Wie nah. Wie unmöglich. Selbst, wenn ich wollte, mir würde doch eine Abbildung nie gelingen. Ich versuche es nicht einmal. Das, was hier passiert, sind kleine bunte Kugeln, die nach einer langen Prozessphase irgendwo herauskommen. Jeder Text ist das Ergebnis einer Durchwühlung, einer Kette von Geräuschen und Umwälzungen, all das ist ein paar Mal durchgewalkt und geknetet worden. Ich habe Sachen dazu gemischt, hineingeworfen, ich mache kenntlich, wenn ich glaube, sehr nah an der Realität und dem wirklich Vergangenen zu sein, denn für das Morgen bliebe mir wenig Talent. Das ist so ein Kuchen aus Liebe und Herzblut, aber auch aus Rezept und Dosierung - so erzählt man, dachte ich immer. So erzähle ich, weiß ich heute. Das ist alles kein Photo, oder nur vielleicht, eine Sekunde. Verrat mir, was du damit machen kannst.

This day next year.

Ein kleines Experiment. Weil man sich manchmal fragt, was heute in einem Jahr sein wird. Oder heute vor einem Jahr war. Bald werde ich es wissen.

Guck mir in den Kühlschrank, Baby.

Heimatheft

Es verfolgt mich. Das Zuhausethema sitzt mir in den letzten Wochen so sehr im Nacken wie kein anderes, man könnte meinen, es habe sich festgebissen, -gekettet und -geklebt. Doch ich tue alles andere als es abzuschütteln, sondern lasse mich niederwalzen, trage es mit mir herum und wickle noch einen Schal drum, weil es zwischendurch, wenn es nicht irgendetwas von mir möchte und mir am Ohrläppchen zieht, eigentlich ganz gut ist gegen Verkühlungen aller Art.

Kühlrank

Nun hat es wieder einen Auswuchs in Heftform. Das neue stijroyal Magazin ist erschienen. Dieses Mal hat es (wie soeben beschrieben) etwas mit Zuhause und Heimat und Puscheligkeit zu tun, deswegen haben ganz viele Menschen ihre Kühlschränke aufgemacht und hinein photographiert. So auch ich. Und manche haben noch eine Geschichte dazu geschrieben. So auch ich. Erwerben kann man das Heftchen, das schon fast ein Büchlein ist, im Netz. Die echte Party dazu folgt in Kürze.

Hingehören.

Espresso On Ice
Not
Herzblätter
Limo

Wieder das Schnurren des Rades. Der Fernsehturm im Nebel. Die Unmöglichkeit des Berliner Verkehrs zum Feierabend und dass alle fahren, als säßen sie zum ersten Mal in einem Autoscooter. Der Espresso on Ice um die Ecke. Vermissen. Neue Schuhe. Die Beats des Keyboards des Nachbarn wieder erkennen. Tun tun tun. Neue Weichen stellen. Langsam zurückfinden. Himbeeren und Kirschen. Die Stille im Hof. Wieder vor Ort sein. New York Cheesecake. Blumen gießen. Spreeglitzer. Kopfhörer schrotten. Die Erleichterung, wenn das Heuschnupfenmedikament zu wirken beginnt. Sich manchmal nur an zwei Fingern festhalten. Ausschau halten. Das Richtige getan haben.

Hamburg, be good for those who stay.

Ja, es ist so. Ich werde zurück nach Berlin gehen und das schon sehr bald. Gute Dinge purzeln einem manchmal vor die Füße und setzen sich dort zurecht und gehen dann nicht mehr weg und dann kann man sich entscheiden, ob man sie dort sitzenlässt und weiterläuft, oder ob man sie mitnimmt. Ich habe mich dafür entschieden, mitzunehmen. Ein paar Hände hab ich noch frei. Und ich werde sie benutzen, um zu schauen, wie es sich anfühlt, was da quasi schon auf meinen Füßen sitzt und so unverschämt grinst.

(No regrets. Not a single one.)

Seelenheilhunger.

Das Schlimme ist, man darf nicht anhalten. Denn wenn man anhält, bekommt man plötzlich Lust auf Urlaub am Meer, - so wie andere nicht schlafen dürfen, weil ihr Körper sonst immer schlafen will, wenn er einmal mehr schläft als sonst. Deswegen darf man eigentlich nicht anhalten, weil man dann nicht weiter rattern will, sondern nur weiter morgens auf dem Balkon stehen und nicht los müssen und ohne Uhr können und sich nur nach dem Licht der Tageszeiten richten und sich hinsetzen und erst die Weidenkätzchenblüten zählen und dann losschreiben und erst aufhören, wenn einem die Hand abfällt, und dann die Hand auf ein weiches Kissen legen, um sie von dort nicht mehr weg zu nehmen und dabei lächeln, sowas von lächeln, dass man am nächsten Tag Muskelkater hat in den Wangen.

Das Gute ist, dass man’s trotzdem macht.

Es ist der wärmste Tag der Woche.

Ich fahre morgen abend nach Bielefeld. Deswegen. Ich war noch nie in Bielefeld. Mir wurde gesagt, es gäbe dort einen Riesenpudding. Und einen Springbrunnen. Für weitere Sehenswürdigsüßigkeiten und Geheimtipps bin ich wieder einmal sehr dankbar.

Und LovelyBooks veranstaltet eine Testleserunde zum Buch. Anmelden bzw. bewerben könnt ihr euch noch bis Sonntag dort.

(Und die Postkarte hab ich mir von Herm ausgeliehen. Und und und ja, es ist komisch und ungewohnt, dass sich hier grad soviel ums Buch dreht, aber abends nach der Arbeit fall ich immer müde um und schaffe es immer gerade noch so einen Blick auf den Sonnenuntergang zu werfen und dann hat sich schon eine dicke Bettdecke über mich rübergelegt und gegen Bettdecken kann ich in den seltensten Fällen etwas tun. Gut, wenn es dann die Möglichkeit gibt, schon in der Mittagspause anzugrillen.)

Die letzten Tage.


Und dann sitzt man da neben Menschen, deren Bücher man gelesen hat, und liest selbst und könnte die Menschen anfassen und ihre Bücher, in die sie mit Bleistift Sachen an den Rand und im Text unterstrichen haben, macht’s aber nicht, weil das komisch wäre, aber mit manchen schiebt man sich Grimassen hin und her, wenn man warten muss. Denn warten müssen alle, es gibt eigentlich niemanden, der nie warten muss. Da werden alle gleich, deswegen sollte man es manchmal ein bisschen lieber mögen, als man es mag, das Warten.


Und dann wird man hier und da vorgestellt und wird rot und einem fallen die Worte nicht ein, die man sich irgendwann einmal überlegt hatte, so ist es ja oft, also dass sie dann runterfallen und unter das Sofa rutschen oder in den Gulli oder einen Schuh, dass genau dann auch jemand drauf tritt, und man da steht und sieht, da ist nix mehr rauszuholen, die sind platt jetzt.


Und einmal steht man auch neben dem Stand vom Verlag und weil man gerade erst gekommen ist, steht man noch etwas neben sich und bemerkt die Komik dieses Ausdrucks erst, als man sich gegen die Wand lehnt und weil die etwas nachgibt, sich dann umdreht und sich selbst in vergrößerte, schwarzweiße Augen guckt. Da steht man einmal wirklich und in echt neben sich und muss erst einmal einen Schritt zurück machen, ertappt sich noch dabei, wie man den Kopf senkt und hofft, dass das jetzt niemand gesehen hat.


Und erst in der Nacht ordnet sich der ganze Kram ein bisschen, das Kranksein vorher, das Hin und Her, die Aufregung, das Grinsen. Und man träumt von einer Schubkarre und wieder einmal, dass man Autofahren kann, aber dieses Mal klemmt der Kofferraum. Immer ist etwas an den von mir erträumten Autos kaputt, oft sind es die Bremsen, manchmal das Licht. Als ich in den Kofferraum kroch, ging die Sonne auf und nur mein Kopf schaute noch aus der weichsten Matratze der Welt.


Und die Schritte durch die Stadt sind noch ein wenig vertraut, soviel Zeit hat man da schon verbracht, die Puzzleteilfarben kehren in Pastelltönen zurück und wir stellen fest, dass auch Leipzig seinen Geruch hat. Einen, der manchmal an Spanien erinnert.


Und in Berlin dann muss man sich zusammenreißen, bei den Dankesworten nicht zu weinen, obwohl man die ganze Zeit eigentlich grinsen muss, und irgendjemand schluchzt so herzzerreißend zwischendurch (ich glaube, ich weiß, wer das war, und wenn das stimmt, war es nicht irgendjemand) und es ist so warm, dass wir draußen stehen danach, wir stehen zum ersten Mal draußen in diesem Jahr ohne zu frieren und beinahe alle Wichtigen sind da. Wenn man sich Menschen ins Leben tätowieren lassen könnte, ich nähme diese Handvoll dort. Ihre Fingerabdrücke auf die Stelle am Fuß, die Innenseite, wo es so kitzelt, wenn man drüberfährt, dort wo noch keine Hornhaut ist. Dort, wo sie sind, wird nie Hornhaut sein.