Luxus der Langsamkeit

Langsam erwachen, alles strecken, jeden Zentimeter und ein bisschen aus dem Fenster sehen, sich langsam aufrichten, das Fenster öffnen, sich wieder zurücklehnen und warten, bis die neue Luft ankommt im Gesicht an an den Schultern. Langsam gehen, sich behutsam hinsetzen, später Rad fahren und auch das langsam. Erst wundern, was anders ist und dann merken, dass mit der Geschwindigkeit nicht Unerhebliches einhergeht. Den Kopf nur langsam drehen, langsam die Treppen steigen und den Baum im Hof betrachten. “Meine Güte” denken. Lachen müssen, leise. Beim Einkaufen lange die Früchte ansehen und die kleine, dicke, grüne Raupe auf dem Schild vom Staudensellerie. Später ein paar Dinge von Staub entfernen vorsichtig, und hier und da Sachen in die Hand nehmen, wieder weglegen, Inseln bauen. In der Küche sitzen und auf das Hello-Kitty-Planschbecken auf dem Nachbarbalkon schauen wie die Katze, die ebenfalls den Kopf schief legt. Die Melone schneiden, langsam und reden und essen. Sich lange umarmen. Langsam laufen, wohin auch immer. Wie selten das geworden ist.





