Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Thema: Hamburg

Die Sache mit den Unterschieden.

Im Norden braucht nur ein Hundertstel der Zeit auf dem Amt, die man in Berlin braucht, um sich umzumelden oder irgendwas zu beantragen. In Hamburger Ämtern gibt es freundliche Sachbearbeiterinnen und Paternoster. Dazu liegt in Hamburger Amtswartezimmern die Gala rum, in Berlin nur Werbezettel für Staubsaugerfachgechäfte. In Berlin beschäftigt man die Wartenden mit Flachbildschirmen, auf denen Seniorenwohnung in schlechter Rechtschreibung angepriesen werden. In Hamburg bekommt man beim Photographen Bonbons geschenkt, wenn man Bilder für den Ausweis von sich machen lässt.

Hier in Hamburg stapelt die grauhaarige Aushilfe im Bioladen Kekspackungen übereinander, während der Spielwarenverkäufer um die Ecke unter Verfolgungswahn leidet.

Ohne Kuchen wäre die Welt nicht auszuhalten.

Schoko-Trüffel und Weißes Schokomousse mit Cassis @ Kaffeekontor, Schanzenstraße 14, 20357 Hamburg.

Day 7. Check.

So like the transportation of the suns, you must hold steady to the ones who light your mornings, nights, and afternoons. And if you should grow angry with the pace of chance, don’t be afraid to make some plans for December Sundays soon.

(Karate - This day next year)

Beinahe eine Woche.

# Erst klingt der Wind wie ein Teekessel. Später wie ein sich nähernder Schnellzug.

# Nach ein paar Schritten ist alles vor der Nase, was man braucht: Ein Kinderbuch-, zwei Comic-, zwei Bio- und tausend Blumenläden.

# Schon in der ersten Woche durfte ich eine gute Nachbarin sein, indem ich einfach zuhause war, als ein Schlüssel verloren ging.

# Böen wie beim Zauberer von Oz führen zu Frisuren wie bei Pumuckl.

# Plötzlich guckt man den Leuten beim Busfahren wieder in die Fenster. Und es ist ein seltsames Gefühl, dabei die vertraute Stimme aus Berlin auf den Ohren zu haben.

# Es gibt kein Klebezeug, das Regale, Rahmen, Metallaufhängestangen oder auch nur eine Wimper an dieser Wand hält.

# “Machste Dekko oda was?” fragte der Blumenverkäufer, als ich Schleierkraut und was mit Rosa dazwischen bestellte. “Mach isch Deko!”, bestätigte ich. “Is cool!”, meinte er. Ich kann ihm winken von hier oben, aber ich glaube, er weiß nicht, dass ich das bin.

# Der Blick hier ist Augenyoga.

# Der Start des Cupcakesausprobiermarathons wurde eingeläutet. Station 1: Liebes Bisschen.

Panodrama.

Balconies have the ability to turn into ocean liners sometimes. Everything around you moves so fast and you just sit and stare and keep hold of your scarf.
And when you get back in to dress up or to call someone you love, the sky changed its clothes, too.

Bonjour Tristesse, Du alte Hackfresse.

Es lesen Henrike, Merlix, Mek und Isa. Es fühlt sich an wie: Einweihungsparty. Es freut sich: Ich.

Flatmates.

I am turning my new home into a butterfly cave.
For them to hibernate.
When I came home yesterday the butterflies arranged themselves in letters on my wall that said:
We like candy and flannel shirts with squares“.
So I arranged myself in a sign on the floor that said:
I’ll do my very best“.

Berlin // Hamburg

# Man nimmt sich vor sich selbst und alle anderen beim Abschied ein bisschen zusammen zu reißen, aber wenn sie dann da versammelt in dem leeren Zimmer stehen, und Nachbar Horst beinahe im selben Moment noch mal auf den Balkon kommt ohne eine Ahnung, dann rutscht die Fassung in die Rillen zwischen den Dielen und man kann das alles gar nicht begreifen. Woran man sich erinnert, ist der Moment auf dem Bürgersteig, Arm in Arm alle und hüpfend. Lachend und heulend zugleich.

# Und wenn man an der roten Ampel steht, legt man leise die Finger an den Mund oder an die Scheibe, um Auf Wiedersehen zu sagen. Nicht Tschüß.

# Wenn man mit dem Umzugsauto aus der Heimatstadt wegfährt, einschläft vor Erschöpfung und dann beim Aufwachen gerade Chris Martin „Nobody said it was easy“ singt, also wirklich direkt in diesem Moment, dann möchte man die Realität doch schon mal ohrfeigen.

# Dann in der neuen Stadt stehen Menschen im Nachthemd auf dem Flur. Im Fahrstuhl welche, die das Haus als Gummizelle bezeichnen. Welche mit Hunden und mit Kindern, mit vollgestellten Rollwägelchen und Wäschekörben, mit gesenkten Blicken und seltsamen Gerüchen, mit Gesprächsdrang und Zweifeln.

# Der Himmel hätte sich keine bessere Begrüßung ausdenken können.

# Ich denke immer, es ist ein Vogel oder ein überdimensionierter Schmetterling, aber es ist nur die Tüte, in der ein riesiger Blumentopf steht. Auf dem Balkon.

# Wenn man aufwacht und der ganze Blick ist blau, könnte das hinter der Brüstung auch ein Meer sein, eine Wüste, ein Alpenvorland.

# In der Bahn erzählt eine Frau davon, wie sie ihre Papiere in Polen gelassen hat, dann neulich bei diesem Mann im Hotel schlief, der dann am Morgen gestorben sei, und dass sie nicht wusste, was sie der Polizei daraufhin erzählen sollte.

# Der Penny auf der Reeperbahn ist gar kein Penny sondern ein Filmset.

# Doppelseitiges Klebeband ist nicht Gott. Aber Skype ist Gott.

# Von Mecklenburger Apfelsaft und Brausebonbons wird man gesund.

# Meine Haustiere sind ein Elefant und eine Wolke.

What I’m gonna miss #1

So oft habe ich mich hier über meine Unfähigkeit zu ordentlichen Abschieden beschwert. Bisher hat mein Leben wild mit plötzlichen Einschnitten und Umwälzungen um sich geworfen, mir hat das Chamäleonkräfte und Genusskraft beschert. Diese Geschichte mit Berlin und Hamburg ist der erste Abschied, der seine Zeit bekommt. Ich darf noch einmal rumgehen und gucken und winken und einmal kurz seufzen, sodass es niemand hört, ich darf heimlich Gedankenphotos machen und ein paar Stationen zu Fuß gehen, obwohl die Bahn kommt. Das wird keine Trennung für immer, das hab ich im Gefühl, aber es heißt ja auch, dass so ein bisschen Distanz ganz gut tut, wenn man sich auf den Kranz geht. Also bitte. Berlin und ich, ab Dezember eine Fernbeziehung. Wir gucken uns noch ein bisschen aneinander satt und nehmen uns dann die Zeit, Sehnsucht zu entwickeln. Bis dahin werden hier immer wieder Kleinigkeiten auftauchen, die Berlin zu meinem Zuhause gemacht haben und die unwiderruflich in Hamburg nicht zu finden sein werden.

Heute Teil 1: DER NEWYORKCHEESECAKEAUSBLICK

Es gibt mit Absicht kein Bild vom besten New York Cheesecake der Welt. Almdudler, Cupcake und vor allem die tollste Chemolimonade der Welt (noch besser als geschmolzener Alaska Boy!) müssen reichen, um euer Interesse zu wecken. Geheimtipps soll man nich aufmalen, also auch kein Bild vom Käsekuchen. Den müsst ihr selbst probieren. Dort, wo man an Sonntagen den nackten Paaren zusehen kann, wie sie auf dem Balkon ihre erste Zigarette rauchen und denken, niemand sieht sie. Dort, wo manchmal noch die letzten Überbleibsel aus Paules Metall Eck vorbeitaumeln und gegenüber manche Menschen drei Stunden im Plattenladen verbringen. Es gibt Sojamilch und ein gutes Gefühl in der Krossener Str. 12 im Berliner Friedrichshain.

Zuhause in Hamburg gesucht!

Es ist Herbst und tätärätäää - ich werde umziehen. Nach Hamburg. Zu November. Padautz. Das Berliner Mittekind verlässt seine Geburtstadt nach dann 25 Jahren. So ein Vierteljahrhundert ist auch genug. In Hamburg erwarten mich ein neuer Job, ein toller Mann und ganz viel Entdeckungsüberraschungsgedöns (hoffentlich). Umziehen kann man aber nur, wenn man eine Wohnung hat. Deswegen hier die Bitte um Mithilfe bei der Suche einer kleinen Bleibe für meine Wenigkeit.

In Kürze:
Meine Wenigkeit mit dann festem Job sucht mit ihren dann 25 Jahren eine kleine Wohnung (1-2 Zimmer) für bis zu 500 € warm in Eimsbüttel (nah zur Arbeit), Ottensen, Barmbek-Süd, Winterhude, Altona, Eppendorf, Neustadt, Rother Baum oder St.Georg. Hauptsache nett. Balkon und Badewanne wäre natürlich toll, sind aber kein Muss. Keller wäre dahingehend schon durchaus prima. Das Ganze sollte frühestens ab 1.11. bzw. spätestens zu 1.12. (am liebsten sogar eine Woche früher zu beziehen sein). Ich habe keine Haustiere, weiß, wie man Müll runterbringt und in Mülltonnen tut, ich zahle pünktlich meine Miete und bin kein Technofan. Gebohrt wird nur unter fachkundiger Anleitung und Pakete für Nachbarn nehme ich grundsätzlich an.

Ich vertraue dem Internet, das Internet hat bisher nur Gutes für mich getan, deswegen gilt mein Dank all denen, die sich nach dem Lesen dieses Beitrags umhören, umgucken, dieses Gesuch weiterflüstern oder mir gar einen Tipp geben. Über Bekannte, Verwandte, Freunde, Freundesfreude, Kommilitonen oder sonstewie geht sowas bekanntlich am besten.