Stichwort Konfetti
10 Jahre Immergut Festival - DER FILM from ZWOELFBERLIN on Vimeo.
Den schönsten Moment dieses Festivalsommers gibt es bald im Kino zu sehen. Schon die Vorschau macht so allerhand Erinnerungskisten auf…
10 Jahre Immergut Festival - DER FILM from ZWOELFBERLIN on Vimeo.
Den schönsten Moment dieses Festivalsommers gibt es bald im Kino zu sehen. Schon die Vorschau macht so allerhand Erinnerungskisten auf…

Bevor am 25. September das neue Album von I Might Be Wrong erscheint, kann man sich bei Sinnbus für nix den Track “Woodpecker” runterladen. Und wer noch einen oben drauf hören mag, bitteschön.
Mein neues Faible: Filmchen mit Liebe am Arbeitsplatz drin. Vielleicht drehen wir im Büro ja auch bald einen. So mit “Liebe deinen Nächsten” und Sitznachbar und so. Ich bin ja eh für mehr Liebe für alle. Und wenn alle soviel arbeiten, dann eben dort. Aber: Sonne macht auch glücklich. Ein bisschen zumindest.
Mehr tolle Filmkleinode gibt’s bei Future Shorts.
Post-It Love
Music: Masaki Kurihara, Kuricorder Orchestra
Editing: Sam Rice Edwards
Cast: Charity Wakefield, Lee Ingleby
DoP: Carl Neilsson
Producers: Elizabeth Gower, Lucy Gossage



(Sie haben Glück gehabt. Dieses Plakat macht Ihnen nichts vor.)
Dear readers, this is a recommendation.
Dear journalists, you better read it twice.
Dear members of twitter, you better read it thrice.
Thank you.

Meistens ist es ein großes Gelände wie bei einem dieser Colleges in England, die man aus den Filmen so kennt, mit weiten grünen Wiesen und rund geschnittenen Bäumchen, unter denen Zopfmädchen in Schuluniformen sitzen könnten. In meinem Traum allerdings sitzt da niemand, da scheint meistens nur schön die Sonne, das Wetter zeigt sich von seiner Schokoladenseite und wir - Mitmenschen und ich - sind in einem riesigen Gebäude aus rotem Backstein - dass es aus rotem Backstein ist, weiß man, obwohl man es meistens noch nicht von außen gesehen hat. Aber es hat diese langen Gänge mit hundert Türen, die alle gleich aussehen, große Treppenhäuser und einen Hall, bei dem einem die Ohren schlackern.
Wir hängen rum, wir machen irgendwas, wobei wir uns konzentrieren müssen - und plötzlich kommt eine Unruhe in den Raum, stubst alle an und keiner weiß so recht, was eigentlich Sache ist. Ein paar gehen daraufhin ans Fenster und schauen hinaus, dorthin, wo schon die ersten rennen und schreien. Und mit einem Mal ist klar: Die Zombies sind da. Niemand sagt etwas, alle wissen sofort Bescheid. Seltsamerweise erinnere ich mich im Traum jedes Mal daran, dass ich das doch schon einmal geträumt habe und was nun eigentlich der Trick an der ganzen Sache war. Wir lassen alles stehen und liegen und laufen über die langen Gänge, immer schneller, der Hall unserer Schritte macht eine Art Kriegsgeräusch - und jedes Mal, wenn wir anderen Menschen begegnen, singen wir. Wir singen, weil uns die Zombies dann nichts anhaben können. Wir singen irgendwelchen Quatsch, der uns gerade einfällt, von Kinderliedern bis Werbejingles. Hauptsache mit einem Hauch von Melodie.
Wer auf unser Gesinge hin umfällt und sich nicht mehr bewegt sondern in eine Art Rauch auflöst, war ein Zombie. Wer stehenbleibt, ist clean. Äußerlich lassen sich Zombies und Nicht-Zombies nicht unterscheiden, sie sehen alle aus wie normales Studentenvolk. Aber berühren Zombies Nicht-Zombies, dann werden Nicht-Zombies zu Zombies und so weiter und sofort… Das geht dann so, bis ich aufwache. Meistens fühle ich mich dann, als hätte ich in der ganzen Nacht ungefähr drei Sekunden geschlafen. Und meistens habe ich Halsschmerzen.
Vielleicht brauche ich einfach wieder eine Band.
Durch Zufall wieder drüber gestolpert, der Fachmann kennt die Dokumentation dahinter ja schon. (Und manchmal fragt man sich, ob man nicht doch hätte, etwas anderes studieren, machen, dem Leben eine andere Richtung geben sollen. So vollkommen. Dann dreht man´s im Kopf herum, zusammen mit den Wünschen, mehr zu verstehen, die Zusammenhänge klarer zu sehen, mit dem Drang nach einer Art Durchblick. Ach.)

Manche fahren in diesen Tagen an einen Ort, aus dem sie herausgewachsen sind. Der zu klein geworden ist für sie oder einfach verrutscht, vielleicht hat man mit den Jahren ein Loch hineingelaufen, durch das es nun bei Regen rinnt. Manche fahren nach den Feiertagen zurück in eine Stadt, in die alle zurückkommen, die langsam aber sicher wieder an Bevölkerung, an Puls und Herzblut. Und manche schließen dann ihre Wohnung auf und wundern sich über den eigenartigen Geruch, der nach ein paar Tagen Stille und Staub einkehrt, der eine Weile braucht, um sich breit zu machen, aber so schnell wieder fort ist, dass man kaum zwei Schritte gemacht hat. Manche stehen dann am Fenster und sehen auf eine Straße und sehen jemanden vorbeikommen, den sie nicht kennen. Manch einer bemerkt in einem solchen Moment, dass die Schwierigkeit darin besteht, das mitzunehmen, was man genießt, wenn es einem gut geht, das warme Gefühl, mit dem die Füße nicht und die Hände nicht und die Nase nicht kalt werden und auch nicht die Haarspitzen und die Umarmungen nicht. Dass es darum geht, den Moment, in dem man dazu ansetzt, es zu bemerken, das gute Gefühl, den Moment zu konservieren, zusammenzufalten und einzupacken, vielleicht neben dem Backenzahn mit sich herumzutragen für schlechte Zeiten, klamme Abende, unwirtschaftliches Tiefkühlfachgefühl oder Abhandengekommensein.
Manch einer macht sich dann selbst ein Geschenk, vom Grundriss her so groß wie eine Streichholzschachtel, aber doppelt so hoch. Bunt getupft und schwarz bestrichelt. Etwas, das erst einen Ton macht, wenn man nicht sofort nach einer Drehung aufgibt sondern durchhält. Etwas, das man überall aufstellen, überall hin mitnehmen kann, wenn man ein wenig aufpasst, es nicht zu zerdrücken. Eine kleine Box, auf der ein Gefühl steht, das ein Lied ist, welches aber das Gefühl des Musiktitels vertreibt, sobald man es anspielt. Bobby & Blumm. “Not at home”. Portable. I love. I´m on the safe side.