But there is something about the way you look tonight

Ich weiß, als ich deine Haare das erste Mal an der Hand hatte, es war mehr das Handgelenk, als ich sie also das erste Mal am Handgelenk spürte, dachte ich an die Katze aus unserem Garten, die jeden Nachmittag kam, nur sonntags nicht. Man stellte ihr Milch raus auf einer kleinen Untertasse, dann steckte sie den Kopf aus dem Gebüsch, ging einen Kreis um einen herum und wenn man sich hinhockte beim Bücken, dann rieb sie nicht ihre Seiten an einem, aber sie trank mit ihrem Hals an deiner Hand. Man spürte jeden Schluck. Daran dachte ich, dein Kopf neben meinem Arm.

Deine Augen waren ein bisschen zu klein für dein Gesicht, wenn ich hinein schaute, fiel mir der Barista aus dem Café ein, wo ich früher gewohnt habe. Über den man sich erschreckte, wenn er mit flinken Händen seine Brille vom Gesicht nahm, um sie mit einem Tuch zu putzen. Nur kurz und mit dem Rücken zu den Tischen, aber wenn er sie kurz gegen´s Licht hielt, um mit verkniffenen Augen zu erkennen, ob sie wirklich sauber war, wenn er sie dann in der Hand hoch hielt, dann sah man seine Augen ohne Brillenglas davor. Die waren viel kleiner, man sah sie so selten. Unter der Laterne lag deine Hand auf meiner Hüfte wie der alte Ledergürtel aus Toulouse. Nie an der richtigen Stelle. Immer ein bisschen zu groß.

Als wir hintereinander durch die Tür gingen, roch dein T-Shirt nach dem Essen in unseren Bäuchen, nach dem Laden, in dem ich manchmal nach Feierabend noch ein paar Nudeln hole, nach den kleinen Schokokugeln, die meine Mutter früher immer gekauft hat, wenn sie mir zu einem Ereignis gratulierte, ein bisschen nach Espresso in Sevilla. Und wenn du ein Stück vor mir gegangen bist, hättest du einer meiner Großcousins sein können. Die bedächtigen großen Schritte, für die meine Beine immer zu kurz waren. Ich brauchte doppelt so lang damals, aber auch jetzt holte ich dich nicht ein.

Ich hab dich nicht richtig gesehen, auch von schräg hinten nicht erkannt. Den Rest mir gewünscht. Das war nicht schwer, du hast nichts gesagt. Und Schweigen nimmt man oft, wie man es braucht. “There is something about the way you shut your eyes“. Ich hab mir dich nur ausgedacht, ich hab mich wohl geirrt.

Liz hat es verfasst, und zwar am 20. Januar 2008 um genau 0:48 Uhr.
Kategorie : Blicke

6 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Ani*ka  |  20. Januar 2008 um 1:44

    das gibts ja nicht. .und als wir an dem Tropfen-Zweigen-Feld vorbei gehen, sage ich noch verdammt, das ist jetzt echt ein schlechter Moment, eine kaputte Kamera zu haben. Deine hat anscheinend funktioniert, schön.
    Aber ich habe mich dann damit erfreut, an den Zweigen zu zupfen und die Tropfen funkelnd in alle Richtungen fliegen zu sehen.

  • 2. Liz  |  20. Januar 2008 um 8:16

    @A. Und S. meinte nur “Na, das is ja was. Dass dich so kleine Sachen so begeistern können”, als ich grinsend an den Büschen stehenblieb. Ich fand nur, es sah gut aus.

  • 3. Ani*ka  |  20. Januar 2008 um 13:00

    Fand ich auch total schön. Mit Sonne wäre es wahrscheinlich traumhaft gewesen. Aber wer will das schon;-)
    Und A. stapfte im Regen ungeduldig von einem Fuß auf den anderen und dachte wie kann sie sowas bloß so lange erfreuen…

  • 4. Janice  |  20. Januar 2008 um 17:21

    Ich sinne zwar noch über die Geschichte … closed my eyes and thought it might be a dream …. aber das Foto erinnert mich auch an meinen Ausflug heute Morgen. Meine Kamera war heil … leider fehlt mir der Blick für diese kleinen Dinge … meistens belieb ich eher daran hängen …

    Aber was ich sagen wollte Liz, die Geschichte gefällt mir .. sehr sogar! Ich bin zwar erst seit ein paar Tagen hier, aber finde deine Art zu abstrahieren einfach Klasse … und das wollte mal gesagt werden.

    LG
    Janice

  • 5. Liz  |  21. Januar 2008 um 11:58

    @J. Besten Dank!

  • 6. Ellen  |  22. Januar 2008 um 14:45

    Huuu,

    bin grad durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und ergötze mich nun an Deinen Texten. Sehr fein. Find ich gut :)

    Liebe Grüße,

    die Ellen

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