Beuteltier

Im Osten war man damals der King, wenn man coole Tüten aus dem Westen hatte. Ich hab gestern auch eine coole Tüte aus dem Westen bekommen zur Genesung und gefüllt mit Obst und Milchreis. Ich weiß nicht, ob die Identifikation über Tüten heute immer noch so offensichtlich ausgetragen wird, aber ich hab gestern beim Anblick des Beutels sofort an MC Winkel und St.Burnster denken müssen.

http://www.mevme.com/lizblog

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. Februar 2007 um genau 13:42 Uhr.
Kategorie : Fundstücke

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Martíncho  |  23. Februar 2007 um 14:15

    Ich glaube heute ziehen nur wenn überhaupt noch Tüten aus Shibuya, worin sich die Tokio-Mitbringsel der Kumpels befunden haben — aber in einer Zeit, der MUJI selbst Filialen in Düsseldorf und München unterhält, sehen selbst die Tüten in allen Plätzen der Welt gleich aus.

    Aber eine Sache ist schon toll an Globalisierung und unserem dauernden um die Welt jetten — die blöden Prollos mit ihren dämlichen Hard Rock Café-Usbekistan sind endgültig verschwunden!

    Tüten und Shirts als Statussymbole sind tot! So what’s hot now?

  • 2. Liz  |  23. Februar 2007 um 17:02

    Schuhe, Rucksäcke (vor allem diese kleinen (ich gebe zu, niedlichen) Schwedenrucksäcke), Ausgehkultur und vor allem Laptop. So kommt´s mir vor. “Zeig mir deinen Computer und ich sag dir, wie du tickst”. Auch dieses Community-Joining-Zeug.

  • 3. Martíncho  |  23. Februar 2007 um 22:36

    Du meinst, es bringt nix, wenn ich behaupte, dass ich mein MacBook Pro nur zum Arbeiten brauche? Also Sony Vaio cooler als Medion XY234 und so? ¡Vale!

    Ja, stimmt schon. In unserer vermeintlichen Indivialismusgesellschaft (wir betrachten natürlich wieder nur uns selbst, die modernen Performer und Experimentalisten) ist nun ein jeder Gestalter seiner Welt ist — egal ob’s sich um MySpace-Wallpaper, bekritzelte adicolor-Schuhe, oder das Klebercover von Becks letzten Albums handelt. Und Shirts und Tüten nähen und berakeln wir selbst, weil’s im Laden eh weder das richtige Motiv noch den passenden Schnitte gibt und selbst wenn — ein zweiter könnte uns damit womöglich auf der Straße begegnen und wir vor Scham auf der Stelle tot umfallen.

    Wir alle haben Blogs um Gedanken niederzuschreiben, die eh kaum einen interessieren, veröffentlichen unsere Laien-Fotos auf unserer flickr-Seite und posaunen via last.fm in die Welt hinaus welche Musik wir in diesem Moment hören und welche Konzerte wir als nächstes besuchen. Unsere Buchgeschmäcker und nächsten Anschaffungen gibt’s im öffentlichen Amazonwunschzettel nachzulesen und alle Partyabstürze sind in unseren StudiVZ-Fotoalben dokumentiert — wir leben splitterfasernackt auf der digitalen Straße und frieren kein bißchen, denn unser eigenes Wunschbild tagtäglich frisch ins Netz zu packen berauscht uns — da brauchen wir längst keine uniformen Hard Rock-Café-Shirts mehr und das Iron Maiden-Hemd ist nichts anderes als lautes Augenzwinkern.

    Aber zum Glück wissen wir, dass wir all das eigentlich gar nicht brauchen um am Leben zu bleiben …

  • 4. Liz  |  24. Februar 2007 um 19:17

    Hach :)

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