Berg P

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Berlin macht sich ganz gut zur Zeit. Der Schnee liegt noch auf einigen Dächern, der Bäcker aus der Straße hat in der Parallelstraße noch eine Filiale aufgemacht. Die Spatzen werden immer fetter und wir kommen doch auch recht gut zurecht mit all den gefrorenen Pfützen. Blumfeld haben sich aufgelöst, aber gut, es ist Winter und die kommen eh aus Hamburg, das ist ja wieder was ganz anderes. Hier laufen die neuen Videos der alten Bands in der U-Bahn und Record Release Parties werden gefeiert am laufenden Band. Mit ein bisschen Konsequenz bekommt man mitunter einen Job angeboten und freut sich den ganzen Weg nach Hause. Die Leute tragen noch immer dieselben Mützen, ab bestimmten Temperaturen ist es egal, was man trägt, man trägt es einfach nur noch und ein oder zwei Schals machen keinen Unterschied mehr.

Berlin hat sich so eingerichtet gerade. Die Bahnen kommen relativ pünktlich. Man regt sich auf über herabfallende Bahnhofsteile, man koaliert und trennt sich wieder. Die Nasen werden gerieben und die Nerven liegen blanker denn je. So haben wir es gern, so kennen wir es ja. Ich kann immer noch nicht stricken, ich habe immer noch einen Haufen an Zeug, der gemacht werden muss (die großen Wünsche liegen in der Schublade, die hol ich gar nicht erst raus, noch nicht. Die vertragen die Temperaturen nicht. Der Urlaubsantrag ist auch noch relativ steif in der Kniekehle.) und Veränderung soll ja eigentlich auch mit dabei sein. Wir suchen eine Wohnung (die einschlägigen Bezirke, nicht zu teuer, 2 oder 3 Zimmer, ihr könnt ja mal gucken, ihr wisst ja, was junge Frauen so wollen) und beenden das Semester mit den letzten Vorträgen, wir arbeiten und schnaufen aus und gucken und haben am Ende rote Wangen auf all den Schnappschüssen.

Aber die Geschichten bauen sich leise im Kopf. Es ist nur eine Frage der Zeit. Eine Frage des Durchhaltens. Und wie wir oben schon gelernt haben, ein bisschen Konsequenz und Durchhaltevermögen zahlen sich ja vielleicht nicht nur einmal sondern auch zweimal aus. Daumen drücken. In den Fäustlingen. Ich hab das Gefühl, Berlin und ich verstehen uns ganz gut gerade. Vielleicht ist es aber auch nur Gewöhnung und eine Langspielplatte.

Liz hat es verfasst, und zwar am 26. Januar 2007 um genau 2:06 Uhr.
Kategorie : Berlin

3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. ar.  |  26. Januar 2007 um 8:37

    so wahr. vor allem “der Bäcker aus der Straße hat in der Parallelstraße noch eine Filiale aufgemacht” : )

  • 2. Liz  |  26. Januar 2007 um 14:32

    Nicolai!

    Von Stefanie Buhlmann ganz zu schweigen…

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