“And all the blueprints of my letters you´re never going to read”

Durch das kleine Fenster hinaus ins Dunkel schauen. Kleine Lichtinseln im Schwarz. Man könnte auch auf dem Kopf stehen bzw. von der Decke hängen und in den Himmel gucken. Dörfer als Sternbilder, Hauptverkehrswege zu Milchstraßen. Das rote Blinken des Flugzeugs ist der Blitz in unserem Wetter oder das Licht irgendeines Leuchtturms irgendwo dahinten. Die wirklichen Sterne sehen nicht anders aus als die Laternen am Boden. Und hier am Horizont gehen sie nahtlos ineinander über, als wären dort, wo oben ist, auch Dörfer und Städte und abgelegene Höfe, die unsere Ansammlungen von Lichtern auch als Jahreshoroskope benutzen. Und wenn wir die Straßenführung ändern, dann ist da was los, dann müssen sie die Bücher umschreiben, sie haben viel zu tun. Sie sind sehr beschäftigt damit, sie kommen gar nicht auf die Idee, ihr Straßensystem zu ändern oder über alternative Energiequellen nachzudenken, die lassen das alles so und wir haben Sterne, die wir in der Stadt eher seltener sehen. Nur manchmal geht ein Licht aus, das ist dann aber meistens für immer, und an dieser Konsequenz könnten wir uns wenigstens manchmal ein Beispiel nehmen in unserem ständigen An und Aus.

Beim Blick aus dem Flieger hast du kein Gespür für Räumlichkeit mehr, die Höhe ist völlig abwegig und an Raummaßen bleibt dir nicht viel Auswahl. Und Wetter wird nur wichtig, wenn es unmittelbar ist. Da ist nur das Lied von Kreditkarten und Zügen und die Stimme des Kapitäns, die sich darunter mischt. Wir sind im Sinkflug, das Licht ist gelbgrau. Niemand spricht.

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. Januar 2008 um genau 10:16 Uhr.
Kategorie : Blicke

1 Kommentar Kommentar hinzufügen

  • 1. c17h19no3  |  9. Januar 2008 um 22:49

    schönes blog. ausgesprochen schön.

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