(all we have is now)

Berlin macht sich ganz gut als Hafenstadt. Und während wir da sitzen, das Schoko-Chili-Eis noch am Gaumen, klettern neben uns die alten Herren auf ihr Boot zurück. Es ist so dunkelblau wie das Wasser mittlerweile. Nach Hamburg wollten sie erst am nächsten Morgen, die Tour des Tages ging zum Müggelsee. Es hätte sich kein vernünftiger Anlegeplatz mehr finden lassen, darum haben sie geankert, wo wir sitzen. Und mussten dann die Beine über das schon verschlossene Tor schwingen. Wären sie gleich losgefahren, vielleicht hätten sie uns mitgenommen. Vielleicht hätten wir neben dem Mond auch noch die Sonne aufgehen sehen. Unter anderem hätte ich nie gedacht, dass man nur aufstehen muss, die Knie durchdrücken und schon springt einen diese gelbe Kugel fast an, während sie sich in Mordsgeschwindigkeit in den Himmel schiebt und seltsame Bahnen zieht. Bald erlischt das kleine Licht hinter der Plane.
Ein Sofa steht so am Wasser, dass man direkt auf ein Schild schaut: Rent a Schiff.
Und ich erinnere mich an den letzten Sommer, als wir vom Dach des Hausbootes in den See sprangen. Als die Ereignisse aus Schleusen und Brücken und mecklenburgischen Kleinstädten bestanden für ein paar Tage.
Rent a lifetime, aber vergiss nicht zu bezahlen.
