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Sufjan sagt: All things go. Jetzt kann ich noch sagen, ich hab mich lange nicht so über Wolken gefreut. Jetzt kann ich noch sagen, es ist nicht so schlimm, wenn all die Kastanien von ihrem Sturz aus dem Fenster völlig lädiert und unbrauchbar sind. Jetzt kann ich noch glauben, dass ist doch alles ganz nett, wenn man nicht mehr so schwitzt, sobald man das Haus verlässt. Jetzt kann ich noch versuchen, mich anzufreunden, das alles sehr interessant zu finden und mit den Gummistiefeln zu flirten. Ich kann die Kapuzenpullover lauthals begrüßen, ihnen ein bisschen Weichspüler spendieren und fühle mich nicht dazu gezwungen. Wenn man früher beginnt, als es nötig ist, macht man die meisten Dinge lieber. Bevor es zu spät ist und man es tun muss, weil man sonst nicht überlebt. Wenn man jetzt schon damit beginnt, sich einzurichten, den Bau zurecht zu wurschteln, die Decken aufzuschütteln, dann liegt alles bereit. Dann ist man nämlich ganz entspannt, wenn die Sonne es sich noch einmal anders überlegt, wenn der Sommer leise juchzt und der Herbst schon seufzt, weil er nicht mehr warten will.

Es erschrecken sich die, die immer warten bis zum letzten Augenblick. Denen zittern dann die trockenen Finger, denen spannt dann die Haut. Und dann geht es los, das Gerenne. Stell dich an den Rand und warte, du hast den Teppich schon ausgerollt. Und im Innern alles angeschlossen, was nicht verloren gehen darf die nächsten sechs Monate. Man muss nur vorbereitet sein. Denn da, wo wir im Sommer saßen, sammeln sich jetzt Tropfen in Pfützen, da rinnt es schon. Natürlich springt Berlin bei jedem bisschen Sonne aus dem Fenster. Aber bei Ebay gibt es keine Sprungtücher. Und die Freiwillige Feuerwehr in der Oderberger rückt auch nur aus, wenn es brenzlig wird. Da zählt keine Unachtsamkeit, da zählt nur Wagemut.

Wie sie gucken werden, wenn ich noch im Februar von meinen Vorräten zehre. Während sie bei Oma zuhause alles in sich hineingeschlungen, aber nichts aufgehoben haben. Und dann beginnen zu frieren, obwohl das Fett über ihre Hosen quillt, kunstgebräunt natürlich. Ich lerne warten und stimme nun doch zu, dass es in Filmen meistens lustig ist, wenn sich jemand den Kopf stößt. “Bis Dezember ist es ja immer ganz nett, aber danach wird es grausam”, sagt man so. Horten wir Honig und gewöhnen die Katze wieder an die Wohnung. Jetzt schon. Jetzt können wir noch sagen, wir haben es ja so gewollt.

Liz hat es verfasst, und zwar am 6. Oktober 2006 um genau 14:25 Uhr.
Kategorie : Berlin

2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. Bunster  |  8. Oktober 2006 um 17:49

    Bei dir stimmt die Einstellung, Liz!

  • 2. katinka  |  8. Oktober 2006 um 23:03

    ja!

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