‘A day to…’

Sie neben mir stützt den Kopf in die Hände, Licht fällt leise und kaum durch die dunkelbauen Jalousien, mittlerweile ist der Himmel wieder grau. Und doch ist heute Tag mit kurzem Rock, Tag mit Sonnenbrille in der Tasche, Tag mit den Shins in den Ohren wie in der ganzen letzten Woche. Dieses große graue Gebäude am Ende der Stadt ist frustrierend, die Gänge mittags noch ganz gut gefüllt, obwohl die Studenten sich besser ihres Lebens besinnen sollten, wegfahren, tolle Sachen machen. Stattdessen ist diese Mensa voll mit jungen Leuten, alle mehr oder minder freiwillig hier.

Heut ist Tag für neue Songs, Tag für ein kleines Vokabelheft, denn der Plan der neuen Sprache steht, obwohl ich mich eigentlich um die alte kümmern sollte. Es ist Tag einer gewissen Ordnung. Obwohl die kleine Dame mit der schrecklichen Frisur vor mir sich wirklich bemüht, ich will ihr nicht folgen. Powerpoint werde ich aus dem Weg gehen und nur noch in der U-Bahn beim Abkotzen über das Berliner Fenster daran denken. “Wir werden gleich gemeinsam Diagramme bauen…”. Um Himmelswillen mach doch, aber lass mich in Ruhe. Ich bin mit Statistik ganz gut zurechtgekommen und fertig damit. Ich weiß, dass ich niemals Leute mit dämlichen Nachrichten in der U-Bahn belästigen will. Und meine Umsätze werde ich auch niemals in ekligen Farben an verpickelte Wände werfen.

Der Tag ist dunkelblauweiß und wir machen Pläne für Ende April. Ein Fernweh hält mich fest im Arm.

Liz hat es verfasst, und zwar am 29. März 2006 um genau 15:59 Uhr.
Kategorie : Moi

1 Kommentar Kommentar hinzufügen

  • 1. Burnster  |  29. März 2006 um 21:16

    Ein Teil meines Aprilplans: Mit Frau Liz mal auf den Troedelmarkt gehen und Vinyl gucken.

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