(4) Leise sein - mit Julius

Früher war Sonntag immer der stillste Tag in der Woche für mich. Aber jetzt gibt es das Wort “verkaufsoffen” und die Leute hetzen laut durch die Center und Bahnhöfe. Deswegen haben Julius und ich gestern über Geräusche gesprochen, schriftlich. Zum Montag ein leiser Gesprächsfetzen, von dem sich jeder für die nächsten Tage ein bisschen was abschneiden kann. Und hier die Erholung muss “Sein-Kolumne” zum Montag.

Wann bist du laut?
Ab und zu stampfe ich mit dem Fuß auf, um meinen Aussagen Nachdruck zu verleihen. Wahrscheinlich also eher, wenn ich im Unrecht bin.

Und wenn du im Recht bist…
…bleibe ich eher ruhig.

Dein Album heißt “Leise, zusammen”.
Ja, das sind ungefähr die letzten Worte auf der CD. Und leise sein kann eine sehr angenehme Sache sein. Besonders, wenn man einfach zusammen und leise ist. Ich mag auch die Dekontextualisierung, im letzten Lied heißt es ja eigentlich “und du sackst leise zusammen”.

Laut und allein geht also eher nicht so?
Eher laut, auseinander. Aber da sagen UPR und ich klar: “Nein, danke”.

Musik, laut oder leise?
Ich höre Musik so leise wie möglich, aber so laut wie nötig, eher selten nebenbei und oft zu laut für Leute, die mithören.

Du redest also meistens leise, singst eher laut und Musik hörst du so mittel. Was ist dir der liebste Zustand?
Zusammen.

Welche Lautstärke hat Bremen?
Bremen ist mir leider meistens zu laut. Aber ich habe schon einige Leute getroffen, denen die Stadt vielleicht nicht zu leise, aber doch zu ruhig ist.

Welche Geräusche magst du denn am liebsten?
Vögel sind ganz gut.

Gibt es legitimen Lärm für dich?
Ich mag Geräusche von Nachbarn: wenn unter mir jemand laut Musik hört oder die Leute neben mir Geräusche machen, die zwar immer wieder vorkommen, die ich durch die Wand und ohne Bild nie zuordnen kann. Ich stelle mir immer vor, jemand schmeißt eine Dose mit Stiften über einer Heizung um.

Und absolut überflüssige Geräusche?
Musik aus Handies in Bahnen klingt meistens komisch, kaum nach Musik. Rap und RnB leben ja auch durch die Bässe, die lernen die Kids in der Straßenbahn kaum noch kennen. Meistens ist ja die Umgebung auch viel zu laut, sodass aus den Geräten oft nur ein stetes Knören dringt.

Weihnachten: leise, zusammen?
Ja.

(Dieses Gespräch wurde handschriftlich geführt. Leise, zusammen.)
Und morgen besinnliches Tamtam. Ihr wisst schon.

Liz hat es verfasst, und zwar am 17. Dezember 2007 um genau 10:22 Uhr.
Kategorie : Sein

1 Kommentar Kommentar hinzufügen

  • 1. brittbee  |  18. Dezember 2007 um 11:25

    geräusche von nachbarn. *

Kommentar hinterlassen

Bitte angeben!

Bitte angeben!

Trackback  |  RSS Feed  |  Abmelden


Kalendar

Oktober 2008
M D M D F S S
« Sep    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Ältere Einträge