Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: Juli, 2010

Die wichtigen Dinge in einem Tresor.

Your secret from Jean-Sebastien Monzani on Vimeo.

Und obwohl dieser Film von Herrn Monzani natürlich auf die Post-It-Ästhetik geht und mir manchmal ein bisschen sehr nach den klassischen Hipster-Tumblrs aussieht, freue ich mich an der Grundaussage. Dinge leise geschehen zu lassen. Den Mund zu halten. Einen Schritt zurück zu gehen. Nicht sofort lauter zu drehen. Geheimnisse zu haben.

Immer und immer wieder fragen mich Menschen, ob es nicht seltsam wäre, so ein Blog zu schreiben, Dinge zu erzählen, Geschichten, Photos und all das. Und immer und immer wieder muss ich lachen, weil es so einfach wäre. Es wäre so einfach alles zu erzählen, so wie es passiert ist, wie die Situationen waren, jeden zu zitieren, den man getroffen hat. Ich könnte ein Photo meines Lebens machen und hochladen, ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht, weil es so einfach wäre, weil es so seltsam wäre, weil es so einfach und deswegen so schwierig wäre. Und weil damit jede Grenze ihren Job verlieren würde, jede persönliche Distanz. “Ich bin hier ein bisschen” antworte ich jedes Mal. Und ja, ich bin hier ein bisschen, manchmal mehr und manchmal weniger, die Dinge, die hier zu lesen sind, haben natürlich mit mir zu tun. So wie mein Buch mit mir zu tun hat, ganz allein, weil ich es gedacht und geschrieben habe. Ich denke die Dinge, aber deswegen bin ich sie nicht. Das ist alles eine Frage von 1:1 und Verhältnissen.

“Du bist ja gar nicht so traurig, wie ich dachte” fragt man mich ab und an. Und wieder muss ich lachen, weil da wieder jemand dachte, dass er mich kennt. Wie einfach das wäre. Wie nah. Wie unmöglich. Selbst, wenn ich wollte, mir würde doch eine Abbildung nie gelingen. Ich versuche es nicht einmal. Das, was hier passiert, sind kleine bunte Kugeln, die nach einer langen Prozessphase irgendwo herauskommen. Jeder Text ist das Ergebnis einer Durchwühlung, einer Kette von Geräuschen und Umwälzungen, all das ist ein paar Mal durchgewalkt und geknetet worden. Ich habe Sachen dazu gemischt, hineingeworfen, ich mache kenntlich, wenn ich glaube, sehr nah an der Realität und dem wirklich Vergangenen zu sein, denn für das Morgen bliebe mir wenig Talent. Das ist so ein Kuchen aus Liebe und Herzblut, aber auch aus Rezept und Dosierung - so erzählt man, dachte ich immer. So erzähle ich, weiß ich heute. Das ist alles kein Photo, oder nur vielleicht, eine Sekunde. Verrat mir, was du damit machen kannst.

5 Jahre Glitzersticker.

Weltfriedensgeburtstag

Zumindest an einer Stelle. Hiermit möchten ich und all die anderen Einhörner dieser Erde unsere Häupter senken und gedenken… - äh. Nein. Wir möchten Danke und Juchhu und Hurra schreien, denn natürlich hat der Weltfriedensmeister sein eigenes Blogjubiläum verschlafen, aber das ist eigentlich nur ein weiterer Grund, noch eine Runde im Kreis zu galoppieren und die Beinchen in die Luft zu werfen und alles, was noch so im Umkreis herumsteht. Wir wollen noch viel viel mehr Weltfrieden für viel viel mehr Welt. Denn so muss man das machen, Bauch raus und Regenbogenfarben in die Welt sprengen. Denn in jedem von uns steckt ein kleines Eis- äh Einhörnchen. Danke, Nilzi.

Planschi

Planschi

Leute, die bei großen Unternehmen arbeiten, essen jetzt dort Mittag, wo ich als Kind gespielt hab. Wo ich aufgewachsen bin. “Planschi” hieß das große blaue Becken. Eltern sammelten immer sorgsam die Scherben heraus, es gab noch das alte Klettergerüst, an dem ich mir mal ein blaues Auge geholt habe, wir saßen meistens auf dem Rasen ohne Decken. Später hatten wir grüne Flecken auf den Knien und Hosen. Auf dem Rückweg sind wir zum Tipp, da gab es ihn noch, und kauften Eis, das wir in der großen Einfahrt zum Hof aßen, weil es dort so schön kühl war. Den Hof gibt es auch noch, das alte Haus, von dem ich immer dachte, ich müsste es kaufen und ausbauen, weil es aussieht wie eine zweigeschössige Garage mit Balkon im ersten Stock, eine schöne Garage, es könnte ein Atelier sein. Das alte Haus im Hof hinten gibt es noch, unverändert, niemand hat es entdeckt und gekauft und eingerissen oder umgebaut. Ich bin sehr froh darum. Auch um die unverändert blaue Farbe des Betons unter dem Wasser.

Mit großem Dank an Matthias für das Bild.

This day next year.

Ein kleines Experiment. Weil man sich manchmal fragt, was heute in einem Jahr sein wird. Oder heute vor einem Jahr war. Bald werde ich es wissen.

To Do’s at Fashion Week Thursday.

Hundreds - Let’s Write The Streets | Live at Babylon, Berlin from Sinnbus on Vimeo.

Wenn ich ihr wäre und nicht am Donnerstag beruflich den ganzen Tag in einer anderen Stadt, würde ich mich abends klonen lassen, um diese beiden Veranstaltungen besuchen zu können. Einmal Tony Hawk - Held einer kleinen Pubertät - live sehen wäre immer noch absolut erstrebenswert. Außerdem die Band meines Sommers, wie ich vermute, in Kooperation mit trikoton im Rahmen der Berliner Fashion Week. Ganz großes Kino sicherlich.

Tony Hawk

Und wenn ich mich dreiteilen könnte, würde ich den dritten Teil nach Hamburg zu The National und Midlake im Stadtpark schicken. Frontfrowpflicht ohne Catwalk.

The National

Raus aus der Stinkebutze.

Kid Ikarus - BERLIN RIO TOKIO from naivsuperfilm on Vimeo.

Danke an Konrad und Stephane für diese Zeilen.

Der weiße See

Der weiße See

Die einzige Sorge ist am Anfang, wie lange es noch dauert. Wann man ankommt. Ob das da vorne eine Stau ist. Das Wundern beim Betrachten der Vögel auf den Stromleitungen, es hört nicht auf. Das Flimmern auf der Straße, das aussieht wie riesige Pfützen in der Ferne, die dann plötzlich einfach verschwinden. Und die Erinnerung daran, wie das war, als man das noch nicht erklärt bekam in der Schule, als man sich nicht traute zu fragen, was das sei, weil man es selber herausfinden wollte, weil man dachte, man sei ein bisschen verrückt, man wollte das im Falle des Falles nicht an die große Glocke hängen. Und wie man die Schatten der Bäume auf dem Asphalt mitnahm, als wären sie Hürden, die es zu überspringen gelte. Sprung für Sprung für Sprung.

Boot

Die Mücken kommen nur am Wasser, hinter die Büsche trauen sie sich erst spät. Den Kopf schüttelt man so, wie man während des Schwimmens den Kopf schütteln kann, wenn eine Wasserschlange an einem vorbei schwimmt, einfach so vorbei, vielleicht mit ein bisschen Angst im Nacken, denn sie beeilt sich sehr, sie wird nicht wissen, wer wir sind und flüchtet zu den Blesshühnern. Die Stege, von denen viele eine eigene Tür haben, die einen vom Wasser aus nicht interessiert, die ist nur was für Leute, die auf Wegen gehen. Dort wachsen Pusteblumen, im Wasser Seerosen, gelbe.

Blau

Es gibt den Steg noch, an dem ich den riesigen Lastwagenreifenschlauch ins Wasser gerollt habe. Es gibt ihn noch, er hat keine Tür. Eine Familie oder zwei sitzen nun auf einer Bank, die es damals noch nicht gab, wir liefen immer gleich zurück zum Haus oder hockten uns auf den Steg, manchmal hatten wir Kirschen dabei und Jogginghosen, meistens nur sandige Füße. Ich bin nie ans andere Ufer gegangen damals, jetzt sitze ich immer nur dort. Ich meide die alten Wege, ich fahre Bögen. Vom Wasser aus sehe ich den Strand, der nun bunt gepunktet da liegt, als wäre nie etwas gewesen, als wäre ich nie auf Skiern den Hügel hinunter gefahren und noch weiter auf den See. Das Idyll einer Auslassung.

Sundown

Aber wenn man Bögen macht, drumherum geht, dann muss es dort mal etwas gegeben haben.

We can share some safety. Some fear.

Purple skies above our heads. Illuminated aeroplanes. We run, they follow.” (Hundreds)