Durch damit.

Und dann geht man die Blogs durch, die man so liest oder anschaut, und manchmal auch die, die man normalerweise nicht liest, die von denen, die zugezogen sind, oft aus Schweden oder Frankreich, die haben einen Blick auf die Stadt, der mir gut tut, weil er mich nicht vergessen lässt, was davon nicht Heimat ist sondern Wandel, immer wiederkehrende Schleifen und Schlaufen in der Entwicklung dieser Steinklötze und dem Gewimmel dazwischen. Dann schaut man sich ihre Bilder an und erkennt die Ecken an den unscharfen Häusern im Hintergrund, an den Farben der Regenrinnen neben dem Stuhl, den sie besonders finden, weil er einfach so auf dem Bürgersteig steht, den man im Vorübergehen als jemand von hier oft übersieht, wenn man keine Kamera geschultert hat. Ein Stuhl eben. Ich weiß, wo sie ihre Bilder schießen, weil ich weiß, wie es dort aussieht, wenn es regnet oder schneit. Dass die Fassaden nur bröckeln können, weil sie irgendwann einmal nicht gebröckelt haben, diese Risse in den Menschen, die kommen ja auch nicht von irgendwoher, ich glaube manchmal, es gibt jemanden, der läuft mit Klingen durch die Stadt, mit unsichtbaren Klingen, und er wirft seine Arme herum wie ein großes Hurra, dabei trifft er so viele. Man sieht es ihnen an, aber den, der das tut, den sieht man nicht, den kann man nicht sehen, der steckt überall drin. Er ist schnell.
Manchmal kriegen sie ihn auf ein Bild, die, die hierher ziehen aus einem anderen Land oder einem Dorf. Manchmal ist seine Schuhspitze zu sehen in den dunklen Sonnenbrillen auf den Gesichtern, die breit grinsend über die Schaukeln der Bar 25 schauen und dabei photographiert werden. Man sieht an einer vagen Spur, wo er entlang läuft, an einem abgebrochenen Eckzahn, manchmal trifft er genau in diesem Moment jemanden, wo der Blitz zuckt, manchmal drückt jemand genau dann ab, man kann das ja nicht den richtigen Moment nennen, es ist eben einer. Und ich schaue diese Bilder an und weiß, dass sie ihn noch nicht entziffern können, dass sie ihn noch nicht ahnen und ihm manchmal direkt in die scharfen Arme laufen, so schnell und mit soviel Geschwindigkeit, da könnte man nicht einmal helfen, da müssen sie durch. Die meisten sind da schon hinein gelaufen und auch irgendwie herausgekommen, mit Strampeln und Winden und Schlagen vielleicht oder durch Konsequenz. Und ich denke manchmal, wenn ich ihre Bilder anschaue, die Bilder derjenigen, die zugezogen sind: Pass auf, sieh dich vor. Mach. Die. Augen. Auf. Ein. Stück. Nur. Nicht. Zu. Weit.


