Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: Juni, 2010

Durch damit.

Neck

Und dann geht man die Blogs durch, die man so liest oder anschaut, und manchmal auch die, die man normalerweise nicht liest, die von denen, die zugezogen sind, oft aus Schweden oder Frankreich, die haben einen Blick auf die Stadt, der mir gut tut, weil er mich nicht vergessen lässt, was davon nicht Heimat ist sondern Wandel, immer wiederkehrende Schleifen und Schlaufen in der Entwicklung dieser Steinklötze und dem Gewimmel dazwischen. Dann schaut man sich ihre Bilder an und erkennt die Ecken an den unscharfen Häusern im Hintergrund, an den Farben der Regenrinnen neben dem Stuhl, den sie besonders finden, weil er einfach so auf dem Bürgersteig steht, den man im Vorübergehen als jemand von hier oft übersieht, wenn man keine Kamera geschultert hat. Ein Stuhl eben. Ich weiß, wo sie ihre Bilder schießen, weil ich weiß, wie es dort aussieht, wenn es regnet oder schneit. Dass die Fassaden nur bröckeln können, weil sie irgendwann einmal nicht gebröckelt haben, diese Risse in den Menschen, die kommen ja auch nicht von irgendwoher, ich glaube manchmal, es gibt jemanden, der läuft mit Klingen durch die Stadt, mit unsichtbaren Klingen, und er wirft seine Arme herum wie ein großes Hurra, dabei trifft er so viele. Man sieht es ihnen an, aber den, der das tut, den sieht man nicht, den kann man nicht sehen, der steckt überall drin. Er ist schnell.

Manchmal kriegen sie ihn auf ein Bild, die, die hierher ziehen aus einem anderen Land oder einem Dorf. Manchmal ist seine Schuhspitze zu sehen in den dunklen Sonnenbrillen auf den Gesichtern, die breit grinsend über die Schaukeln der Bar 25 schauen und dabei photographiert werden. Man sieht an einer vagen Spur, wo er entlang läuft, an einem abgebrochenen Eckzahn, manchmal trifft er genau in diesem Moment jemanden, wo der Blitz zuckt, manchmal drückt jemand genau dann ab, man kann das ja nicht den richtigen Moment nennen, es ist eben einer. Und ich schaue diese Bilder an und weiß, dass sie ihn noch nicht entziffern können, dass sie ihn noch nicht ahnen und ihm manchmal direkt in die scharfen Arme laufen, so schnell und mit soviel Geschwindigkeit, da könnte man nicht einmal helfen, da müssen sie durch. Die meisten sind da schon hinein gelaufen und auch irgendwie herausgekommen, mit Strampeln und Winden und Schlagen vielleicht oder durch Konsequenz. Und ich denke manchmal, wenn ich ihre Bilder anschaue, die Bilder derjenigen, die zugezogen sind: Pass auf, sieh dich vor. Mach. Die. Augen. Auf. Ein. Stück. Nur. Nicht. Zu. Weit.

Made my day: Secrets.

How to party like your shirt print.

Meine Damen und Herren, es ist soweit. Ich hab damals meine Klappe aufgerissen und gesagt, dass es bei 500 Mitgliedern von“How to look like your shirt print” eine Party gibt. Zwei Stunden später war’s schon soweit, ich hätte damit nie gerechnet, aber Versprechen müssen eingelöst werden und deswegen gibt es nächste Woche dank meines lieben Verlages eine Party im edition suhrkamp laden in Mitte. Was genau dort passiert, werden wir sehen. In jedem Falle legen Malte und Herm auf, Herm haben wir übrigens auch den grandiosen Flyer zu verdanken (♥). Ich freu mich und kaufe in den nächsten Tagen extra noch ein Planschbecken. Kommt und planscht und feiert!

(Inoffiziell ist das auch meine “Welcome back, Berlin”-Party übrigens. Es ist sehr toll, wieder hier zu sein.)

If everything was made of paper.

Seltsam, wie man alles noch einmal in die Hand nimmt, wenn man es auspackt aus den großen Kartons. Wie man es anschaut und sich fragt, ob man es wirklich mitnehmen musste, wie man einen neuen Platz sucht, an dem die Dinge dann liegen und stehen und bleiben und einstauben. Was einen daran hält. Ich packe aus, ich stampfe ein, ich entstaube und sortiere um. Ich werde Fenster putzen und neue Nachbarn haben. Nichts davon fühlt sich neu an, aber alles gut. Aus den Kartons baue ich einen Zoo, aus den Klebebandröllchen einen Wald dazu. Man sieht mir jede Ecke eines jeden Kartons an, aber das macht alles nichts, das macht alles nichts, weil der Rest, der riesige Rest (Ist ein Rest eigentlich noch ein Rest, wenn er eine bestimmte Größe überschritten hat?) so glänzt. Als hätte jemand in meiner Abwesenheit die Stadt in die Hand genommen, noch einmal angeschaut und behutsam poliert. Danach zurück gestellt, als wäre nie etwas gewesen.

(It’s the belly button you need to push when the chips are down. And if everything was made of paper, we’d sail the whole white world and leave some cracks where we sit down to rest.)

Ich möchte diese Kampagne in Deutschland.

(Danke an die Caro und Nadine für’s Draufaufmerksammachen. Einen Post dazu gibt’s bei der Mädchenmannschaft.)