Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: Mai, 2010

Finding home.

Eigentlich wollte ich schreiben, was ich vermissen werde, einige Photos hinzufügen, eine Art Roundup machen. Aber das geht nicht, das geht selten, vielleicht geht es in einiger Zeit, wenn man wieder angekommen ist. In so einem Zwischenraum flirrt es ja immer, als hätte man einen Ameisentermitenhummelkäfig im Kopf. Deswegen lasse ich William Fitzsimmons sagen, was ich nicht sagen kann. Weil ich ihn viel gehört habe, als ich das Buch schrieb, als ich umgezogen bin, auf dessen Konzert ich kurz vor meinem Umzug nach Hamburg war und dann in Hamburg gleich noch einmal. Ich lasse ihn erzählen, wie wichtig es ist, auf seinen Bauch zu hören und unterwegs zu sein, wiederzukommen, das Zuhause zu finden. This is it.

Me im uMag.

Das uMagazin hat sich neu aufgelegt, erscheint jetzt mit dickerem Papier und neu aufgestelltem Anspruch, glaube ich. Zum Lesen bin ich noch nicht gekommen, aber auf den ersten Blick befinde ich mich (auf Seite 59 übrigens) in guter Gesellschaft. Es geht um Sneakerkunst, das DMY-Festival, T-Shirts aus Hamburg und es gibt ein Interview mit der großartigen Katrin Seddig. Möge man sich selbst ein Bild machen.

Made my day: Without it, nothing would close.

She’s awesome.



Blonde Redhead
are awesome, too.

Mein Herz für Blogs #3

Ein paar Dinge und Zeilen, die ich euch ans Herz legen möchte, ganz nah dran.

Claude Draude.
Ich kann immer nicht anders als zu lächeln, wenn ich ihr begegne. Einige Zeit habe ich neben ihr sitzend verbracht, eine Hochzeit des Amusements. Diese Frau kann durch Wände sehen, durch ganz dicke.

Elias Honert.
Er arbeitet in einem der schönsten Buchläden Hamburgs, vielleicht im wohl schönsten. Und manchmal glaubt man, dass er sich gleich verschluckt, wenn er redet, aber er verschluckt sich nie. An seinen Wimpern erkennt man die innere Rotation.

Lisa van Houtem.
So ein Magazin würde ich kaufen. Mit ein bisschen von allem, aber nie nur ein bisschen sondern einer guten Portion Humor in dem ganzen Plingpling aus Mode und Musik und Großstadt und Jetset. Ein Modeblog ohne dieses ganze Autsch.

Mia Bühler.
Und noch ein Modeblog, das man lesen kann ohne sich seltsam zu fühlen dabei. Dass man lesen sollte, weil ein sehr guter Geschmack und noch viel bessere Gratwanderungen darin vorkommen. Und ein Grinsen, das einem fast ins Gesicht hoppst.

Craig Thompson.
He’s the owner of my lonely comic book heart.

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Diese Aktion ist eine Idee von Kai Müller. Und wurde nun von Marcel Wichmann wiederbelebt.

Bitte komprimieren Sie Ihren Besitz.

Heute in einer Woche werde ich wieder in Berlin ankommen. Nach einer Pause, einem Oho, einer Distanz, wie man sie manchmal so braucht nach langer Zeit. Ein bisschen dazu zu dem ganzen Gepolter und dem Wirrwarr dieser Rückkehr gehört es, dass ich einen Tag vorher, am Samstag, im Rahmen der Deutsch-Israelischen Literaturtage lesen und danach an einem Gespräch teilnehmen werde, das sich um Zuhause und Heimat dreht. Ich werde dort sitzen in dieser großen Stadt und schmunzeln müssen, ich habe keine Ahnung, was man mich fragt, aber allein, dass diese Veranstaltung dort stattfindet, wo ich als Kind getanzt habe, also ganz in der Nähe, macht es so kurios.

All die Dinge, die ich besitze und habe, all die Kartons und Photos und Bücher und all dieser Stoff, werden in Hamburg stehen und warten, dass ich sie hole - was wäre, wenn ich sie einfach dort ließe, was würde passieren, was würde nicht passieren? Wenn man einfach so weitermachte ohne all diese Dinge, die man hinstellen und verlieren und kaputt machen und anschauen kann, was wäre dann? Vielleicht einfach nur ganz viel Platz? Was würde geschehen, wenn ich alles zerrupfen und als Puzzle auf dem Tankstellendach vor meinem Balkon verstreuen würde? Was bliebe, wenn all das da hinge in den Bäumen und ihren Zweigen und an den Scheiben des Altersheims um die Ecke, auf dem Nachbarbalkon und dem Weg zur U-Bahn? Wär’s so schlimm?

Vielleicht sollte ich beschließen, die Dinge nach und nach immer weniger werden zu lassen, von Mal zu Mal zu reduzieren, damit es einfacher wird, Entscheidungen zu treffen, die mit Bewegung zu tun haben - innen und außen. Aber vielleicht muss ich das auch noch gar nicht beschließen sondern es einfach nur machen. Die Dinge funktionieren, man glaubt ja immer, das klappt alles nicht, aber am Ende klappt es doch irgendwie - und irgendwie genügt völlig, denn irgendwie sind die Dinge am Ende dann gut, das liegt vielleicht am “ie”, das erfordert mitunter auch Anstrengung und dass man sich an manchen Abenden fühlt, als bekäme man das nicht hin, als würde man am liebsten kotzen und dann einfach gehen, aber irgendwie schläft man ein und irgendwie geht es und wenn das irgendwie nicht einmal mehr nötig ist, dann ist es gut und dann war es richtig und dann muss man sich nicht einmal mehr die letzte Silbe angucken, dann zählt nur noch, dass überhaupt.

(Auch wenn ich mir wünschte, ich hätte gerade so ein Luftentzugs-Dings, also eine umgedrehte Luftpumpe, die man an alle Kartons und Wäscheberge anschließen könnte und dann würde alles auf zwei mal zwei Zentimeter große Würfel zusammen schrumpfen und man könnte vielleicht noch damit jonglieren, in jedem Falle wäre es gut für die Haltung und das Zeitmanagement.)

Hamburg, be good for those who stay.

Ja, es ist so. Ich werde zurück nach Berlin gehen und das schon sehr bald. Gute Dinge purzeln einem manchmal vor die Füße und setzen sich dort zurecht und gehen dann nicht mehr weg und dann kann man sich entscheiden, ob man sie dort sitzenlässt und weiterläuft, oder ob man sie mitnimmt. Ich habe mich dafür entschieden, mitzunehmen. Ein paar Hände hab ich noch frei. Und ich werde sie benutzen, um zu schauen, wie es sich anfühlt, was da quasi schon auf meinen Füßen sitzt und so unverschämt grinst.

(No regrets. Not a single one.)

Made my day: Baby’s first honk.

Heute habe ich zwei Stunden mit Zwillingen verbracht, die gerade kleine Goofy-Zähne kriegen, sich beim Schlafen abwechseln, den jeweils anderen währenddessen an der Mütze ziehen, Kopfsteinpflaser ziemlich super finden und sich über kleine grüne Blätter an Büschen kringeliger als jede Locke lachen können. Benutze diese grandiose Erfahrung nun als Motto für den Resttag.

(Bitte bedanken Sie sich bei Herrn Müller für diesen Videofund.)

I need to find my breath.

I need to find my breath because she took it away and i don’t know where she took it but it’s gone. And when i find it, i might give it back to her cause she deserves every breath she can take, i think. Wow.

Die Sache mit dem Zufall.

Im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein klingt immer so nach Vorhersehung, als hätte dann doch jemand so ein Spielbrettchen und einen Schluckauf und stieße mit den Knien immer wieder an den Tisch. Und Glück ist dann, wenn man stehenbleibt. Ich glaube nicht daran, weißt du? Ich glaube nicht, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und einen Einfluss darauf haben kann, ich glaube, es stimmt nicht, dass da jemand sitzt und Schluckauf hat, denn wenn dieser jemand Schluckauf hat, dann muss er auch Husten haben und er wird niesen irgendwann und irgendwann, wenn er genug gehickst und geniest und gespielt hat, wird er weggehen und du wirst da immer noch stehen als Spielfigürchen und auf deine Vorhersehung warten und er wird vielleicht gar keine Lust mehr haben zu spielen und längst unter der Dusche stehen oder ausgezogen sein. Und dann stehst du da mit deinem Glauben an ein Schicksal und dein Schicksal hat sich längst aus dem Staub gemacht, sag mir, was du dann machst und wohin du gehst und ob du es schaffst, die Tischkante ohne schlimmere Blessuren zu überwinden.

Sag mir Bescheid und ich nehme alles zurück, jedes einzelne kleine Wort, und ich werde sogar eigenbeinig und -händig auf den Tisch klettern und nachschauen, ob dieser Jemand nicht doch etwas vergessen hat, das ihm noch einfallen könnte, ihn zurücklocken, noch einmal gegen den Tisch stoßen und sich erinnern lassen, sich erinnern an seine Verantwortung und all das, er müsse doch das Spiel zu Ende bringen, noch einmal einen Punkt machen mit uns. Bis dahin glaube ich an den Zufall in meiner Hosentasche, den kleinen, den ich immer dabei habe, den ich mit der Faust umklammert halte die ganze Zeit, mit meiner dritten Faust, denn wenn man lange drückt, dann wird er warm und wenn er eine Weile warm war, wird er weich und man kann ihn ein bisschen formen in der Hand, so wie man es gern hätte. Dazu braucht es eine Zeit, eine Geduld und ein bisschen länger, aber dann wird er. Glaub mir das. Nur solange, bis dein Schicksal zurückkommt, nur bis dahin.

Little Faith. Big Love.

Aus Aktualitäts- und Aufregungsgründen muss ich hier noch einmal auf die wohl mit großartigste Band auf diesem Planeten hinweisen, die ich am kommenden Sonntag endlich einmal wieder live sehen werde. Bin sehr gespannt, ob das Berliner Astra mit dem Dachauer Abendhimmel wird mithalten können. Stellen Sie sich mich derweil und bis dahin als wandelnden, euphorisierten Countdown vor. Bedanken Sie sich also nun bei Pitchfork.tv für diese schönen Aufnahmen.

(Auf meiner Bucket List steht übrigens immer noch ein Duett mit Herrn Berninger. Und das geht da auch nicht weg.)