Lumineszenz.

Da denkt man jedes Jahr noch dran, wie das war in dem einen Winter, als man das Haus verlassen hat und nicht mehr wiederkam. Da denkt man jedes Jahr noch dran, auch weil es sich nicht mehr so anfühlt wie damals, und man nicht weiß, ob das ein Glück ist oder keins. Da denkt man jeden Winter noch dran, wie das Fenster geleuchtet hat und wie man’s nie wieder so hat leuchten sehen, weil’s immer anders leuchtet, wenn innen jemand steht und guckt, vielleicht auch nicht guckt, aber weiß. Also von dir jetzt. Da denkt man jedes Mal noch dran, wenn man über die Kreuzung geht, die damals voller Schnee war, so voll, dass er oben über den Turnschuhrand in den Turnschuh gefallen ist, dorthin, wo Platz war. Erst war es kalt und beim Laufen dann wurde es immer wärmer, nur trocken war’s noch nicht, als man zuhause ankam. Da denkt man bei jeder Bahn noch dran an der Haltestelle, die man von dem Fenster aus sehen kann, wenn man sich um die Ecke beugt, da steht man dann und kann den Blick nicht knicken und nicht in das Zimmer sehen, aber trotzdem weiß man, dass es dunkel bleibt, da braucht man keinen Schritt machen, das weiß man halt einfach.
Da denkt man jedes Jahr noch dran, wie das in dem einen Winter war, als man das Haus verlassen hat und im Sommer nochmal wiederkam und dann das Haus kurze Zeit später wieder verlassen hat und in einem anderen Winter erneut wiederkam, auch nur kurz, da kann man sich jeden Winter wieder dran erinnern, jeden Winter wieder neu, weil es einen Unterschied gemacht hat, und weil niemand was gelernt hat, auch nicht der Schnee. Denn der fällt immer noch so hoch, dass er oben in die Schuhe fällt, und der ist immer noch nass, wenn man nach Hause kommt, da denkt man jedes Jahr wieder dran, wenn man ihn sieht. Da denkt man jedes Mal dran, also dass manch einer nie aus den Sommern lernt, und man weiß nicht, ob das ein Glück ist oder keins.
Manche Sachen leuchten nur einmal, das lernt man mit der Zeit, wenigstens das, einmal und dann nie wieder, aber wenigstens wussten sie mal, wie es geht.
