Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: November, 2009

Huggelkuchen

In Hamburg liegt Thüringer Gebäck auf der Straße herum. Ich hatte zum Glück kurz vorher gegessen.

-vik.

Es gäbe Tee aus einer Thermoskanne, die leise knackt, wenn man den Deckel von ihr dreht und etwas durch die schmale Öffnung in den Deckel, der dann ein Becher ist, kippt. Es würde dampfen und irgendwo hinter den Bergen und flatterigen Pflanzengestrüppschatten ginge die Sonne langsam auf. Ich sähe nur deine Umrisse, die Fasern und Fusseln der Mütze, die abstehenden Fäden gegen die Morgenfarbe des Himmels, deinen Atem über dem Becher und den Dampf daraus, und dass du dann ein bisschen nach Tee riechen würdest und der Tee jedoch nicht nach dir, aber man könnte es sich vorstellen. Dass ihr euren Dampf vermischt, wärend wir einfach mitten auf der Straße gehalten haben, weil man es eh schon aus zehn Kilometern Entfernung sieht, ob ein Auto kommt. Wir stünden da mit der Teekanne und reichten uns den Becher von Hand zu Hand und dann gäbe es den Moment, in dem die Sonne kurz davor ist, hinter dem Berg hervorzukommen, ein bisschen orange ist der Landrücken bereits - du würdest mich in den Arm nehmen und ich würde den Rentieren auf deiner Strickjacke einen Guten-Morgen-Kuss geben und dann meintest du, wir müssten uns beeilen.

Die Sonne stünde schon über dem Meer, wenn wir ankämen, aber das Licht wäre genug und wir stünden einfach nur und würden halb blind von dem glitzernden schwarzen Sand und den grellweißen Wellen, wir bräuchten nicht auf den Wind warten, denn er wäre schon längst da und am Ende hätten wir die Taschen voller Steine, die uns später von den Herzen fallen könnten, wenn wir davon erzählten. Vielleicht erzählten wir auch einfach niemandem davon, vielleicht behielten wir diesen Morgen einfach für uns, aber die Steine legten wir nach und nach auf dem Weg ab, die kleinen, schwarzen, glatten Schildkrötenpanzer. Um zurückzufinden irgendwann.

Es gäbe auch Bonbons aus dem Handschuhfach. Und manchmal eine Hand auf dem Knie. Es gäbe leises Kichern, wenn wir vergeblich nach Insekten Ausschau hielten, es gäbe innen drin vor allem dieses Warme, dieses Weiche, das, was man mit sich rumträgt, wenn es gut ist.

Day 7. Check.

So like the transportation of the suns, you must hold steady to the ones who light your mornings, nights, and afternoons. And if you should grow angry with the pace of chance, don’t be afraid to make some plans for December Sundays soon.

(Karate - This day next year)

Rehab.

Sometimes tiny koalas have the power to bring you back to life.

Beinahe eine Woche.

# Erst klingt der Wind wie ein Teekessel. Später wie ein sich nähernder Schnellzug.

# Nach ein paar Schritten ist alles vor der Nase, was man braucht: Ein Kinderbuch-, zwei Comic-, zwei Bio- und tausend Blumenläden.

# Schon in der ersten Woche durfte ich eine gute Nachbarin sein, indem ich einfach zuhause war, als ein Schlüssel verloren ging.

# Böen wie beim Zauberer von Oz führen zu Frisuren wie bei Pumuckl.

# Plötzlich guckt man den Leuten beim Busfahren wieder in die Fenster. Und es ist ein seltsames Gefühl, dabei die vertraute Stimme aus Berlin auf den Ohren zu haben.

# Es gibt kein Klebezeug, das Regale, Rahmen, Metallaufhängestangen oder auch nur eine Wimper an dieser Wand hält.

# “Machste Dekko oda was?” fragte der Blumenverkäufer, als ich Schleierkraut und was mit Rosa dazwischen bestellte. “Mach isch Deko!”, bestätigte ich. “Is cool!”, meinte er. Ich kann ihm winken von hier oben, aber ich glaube, er weiß nicht, dass ich das bin.

# Der Blick hier ist Augenyoga.

# Der Start des Cupcakesausprobiermarathons wurde eingeläutet. Station 1: Liebes Bisschen.

Panodrama.

Balconies have the ability to turn into ocean liners sometimes. Everything around you moves so fast and you just sit and stare and keep hold of your scarf.
And when you get back in to dress up or to call someone you love, the sky changed its clothes, too.

Weekly Melody: News from Doubtland

I live in doubtland, we don’t have a zoo.
But i read in papers that you live here, too.

Bonjour Tristesse, Du alte Hackfresse.

Es lesen Henrike, Merlix, Mek und Isa. Es fühlt sich an wie: Einweihungsparty. Es freut sich: Ich.

Flatmates.

I am turning my new home into a butterfly cave.
For them to hibernate.
When I came home yesterday the butterflies arranged themselves in letters on my wall that said:
We like candy and flannel shirts with squares“.
So I arranged myself in a sign on the floor that said:
I’ll do my very best“.

Berlin // Hamburg

# Man nimmt sich vor sich selbst und alle anderen beim Abschied ein bisschen zusammen zu reißen, aber wenn sie dann da versammelt in dem leeren Zimmer stehen, und Nachbar Horst beinahe im selben Moment noch mal auf den Balkon kommt ohne eine Ahnung, dann rutscht die Fassung in die Rillen zwischen den Dielen und man kann das alles gar nicht begreifen. Woran man sich erinnert, ist der Moment auf dem Bürgersteig, Arm in Arm alle und hüpfend. Lachend und heulend zugleich.

# Und wenn man an der roten Ampel steht, legt man leise die Finger an den Mund oder an die Scheibe, um Auf Wiedersehen zu sagen. Nicht Tschüß.

# Wenn man mit dem Umzugsauto aus der Heimatstadt wegfährt, einschläft vor Erschöpfung und dann beim Aufwachen gerade Chris Martin „Nobody said it was easy“ singt, also wirklich direkt in diesem Moment, dann möchte man die Realität doch schon mal ohrfeigen.

# Dann in der neuen Stadt stehen Menschen im Nachthemd auf dem Flur. Im Fahrstuhl welche, die das Haus als Gummizelle bezeichnen. Welche mit Hunden und mit Kindern, mit vollgestellten Rollwägelchen und Wäschekörben, mit gesenkten Blicken und seltsamen Gerüchen, mit Gesprächsdrang und Zweifeln.

# Der Himmel hätte sich keine bessere Begrüßung ausdenken können.

# Ich denke immer, es ist ein Vogel oder ein überdimensionierter Schmetterling, aber es ist nur die Tüte, in der ein riesiger Blumentopf steht. Auf dem Balkon.

# Wenn man aufwacht und der ganze Blick ist blau, könnte das hinter der Brüstung auch ein Meer sein, eine Wüste, ein Alpenvorland.

# In der Bahn erzählt eine Frau davon, wie sie ihre Papiere in Polen gelassen hat, dann neulich bei diesem Mann im Hotel schlief, der dann am Morgen gestorben sei, und dass sie nicht wusste, was sie der Polizei daraufhin erzählen sollte.

# Der Penny auf der Reeperbahn ist gar kein Penny sondern ein Filmset.

# Doppelseitiges Klebeband ist nicht Gott. Aber Skype ist Gott.

# Von Mecklenburger Apfelsaft und Brausebonbons wird man gesund.

# Meine Haustiere sind ein Elefant und eine Wolke.