Die Sache ist ja die, dass es so viele Sachen sind.

Monat: September, 2009

Our memories depend on a faulty camera in our minds

Heute war ein tolles Geschenk von Sarah Bernhard in der Post. Sie ist eine der wenigen, die mit einem Blick und einem Klick alles sagen können. (Und das Bild bekommt einen Ehrenplatz in der neuen Hamburger Wohnung.)

What I’m gonna miss #4

Ich kann Sonntagnachmittag aufstehen und Croissants kaufen. Ich kann bis Mitternacht einen Eimer Eis erstehen und ihn leeren, wenn ich das möchte. Ich kann mit Orangen und rotgoldenen Äpfeln jonglieren bis abends um zehn und nur fünf Minuten von meinem Haus entfernt. Ich bekomme nach der Party noch etwas warmes zu essen und ein Lächeln. Späti, my love.

Ein Abschied & ein Anfang. Vorher noch: Eine Lesung & eine Party.

Dass ich Berlin zum Winter hin verlassen werde, habe ich ja schon angekündigt. Jetzt gibt es ein Datum für Feierei und Abschiedsgedöns. am 26.10. veranstaltet Jan-Uwe Fitz aka @vergraemer eine Lesung, bei der sich die gute Sue, der gute Andrè, der Herr Veranstalter und ich die Ehre geben werden. Wir lesen, vielleicht machen wir ein bisschen Quatsch. Auf jeden Fall wird danach hochoffiziell nachträglich mein Geburtstag und vorträglich mein Abschied gefeiert.Partyhüte sind erlaubt und Konfettitorten auch.

Ich freue mich, wenn ihr kommt.

26.10.2009 / 20 Uhr / Soupanova / Stargarder Str. 24, 10437 Berlin

What I’m gonna miss #3

So sehr mir Friedrichshain mit seiner kaltschlabberigen Schnauze manchmal auf die Nerven geht. So sehr mich die kultivierte Abgefucktheit manchmal ankotzt. So sehr liebe ich auch das demonstrative Grün, das hier von allen Fensterbänken tropft. Sich an grüne Wände zu lehnen macht einen Unterschied. Und das ganze Land bräuchte hier und da ein bisschen mehr Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost.

- Photos (c) Nicolas Arnold -

Das war die Sonntagsansprache. Weitermachen. Mit ein bisschen Rabatz, bitte. Damit die nächsten vier Jahre uns nicht die Laune versauen. Zusammen für eine randalöse Zukunft: Augen auf und durch.

Sometimes you just need to sit and wait

Balkon

What I’m gonna miss #2

Man sieht eigentlich alles, was man sehen muss, aus der nötigen Distanz. Die Geräusche sind ein bisschen weiter weg, der große Trubel auch und dennoch bist du so nahe dran, dass du dich nicht allein fühlst. Du kannst dich in Ruhe zurücklehnen, vielleicht ein paar Runde auf den Brückenpfeilern balancieren, dem Gemurmel um dich herum zuhören, die ersten kühleren Winde begrüßen. Manchmal kommt einer und singt. Manchmal küssen sich zwei. Von der Modersohnbrücke aus siehst du alles, was du sehen musst, mit dem nötigen Abstand. Und angenehm unaufgeregt.

Das große Kommunikationslos.

Es gibt Wochen, die haben es in sich. Da verpasst man aus eigener Dämlichkeit ein gutes Konzert, dann steht das Handy mit einem zusammen auf und bricht kurz danach in völliger Gänze zusammen, sodass ein Neustart oder irgendeine Datenrekapitulation unmöglich scheinen und dann kündigt sich auch noch eine Erkältung an. Aber Frau jammert nicht, Frau hat heute erfahren, wie gut so Sachen manchmal doch sind: Unerwartetes, Plötzliches, Schiffbruchartiges.

Denn es melden sich die, die sich auch melden wollen. Man hört von Menschen, die man schon beinahe vergessen hatte, und freut sich einen ganzen Baum. Und am Ende hat ja doch das meiste einen Sinn, so soll man es den ganzen Eso-Ratgebern nach doch sehen. Wer die frohe Kunde von den verlorenen Telefonnummern und sonstigen Kontakten nun zum ersten Mal vernommen hat, möge sich melden oder es lassen. Das Schicksal verordnet mir Ruhe und einen Neuanfang und ich füge mich untertänigst. Auf den Herbst, die alte Kanone!

(Postkarten sind übrigens auch super.)

What I’m gonna miss #1

So oft habe ich mich hier über meine Unfähigkeit zu ordentlichen Abschieden beschwert. Bisher hat mein Leben wild mit plötzlichen Einschnitten und Umwälzungen um sich geworfen, mir hat das Chamäleonkräfte und Genusskraft beschert. Diese Geschichte mit Berlin und Hamburg ist der erste Abschied, der seine Zeit bekommt. Ich darf noch einmal rumgehen und gucken und winken und einmal kurz seufzen, sodass es niemand hört, ich darf heimlich Gedankenphotos machen und ein paar Stationen zu Fuß gehen, obwohl die Bahn kommt. Das wird keine Trennung für immer, das hab ich im Gefühl, aber es heißt ja auch, dass so ein bisschen Distanz ganz gut tut, wenn man sich auf den Kranz geht. Also bitte. Berlin und ich, ab Dezember eine Fernbeziehung. Wir gucken uns noch ein bisschen aneinander satt und nehmen uns dann die Zeit, Sehnsucht zu entwickeln. Bis dahin werden hier immer wieder Kleinigkeiten auftauchen, die Berlin zu meinem Zuhause gemacht haben und die unwiderruflich in Hamburg nicht zu finden sein werden.

Heute Teil 1: DER NEWYORKCHEESECAKEAUSBLICK

Es gibt mit Absicht kein Bild vom besten New York Cheesecake der Welt. Almdudler, Cupcake und vor allem die tollste Chemolimonade der Welt (noch besser als geschmolzener Alaska Boy!) müssen reichen, um euer Interesse zu wecken. Geheimtipps soll man nich aufmalen, also auch kein Bild vom Käsekuchen. Den müsst ihr selbst probieren. Dort, wo man an Sonntagen den nackten Paaren zusehen kann, wie sie auf dem Balkon ihre erste Zigarette rauchen und denken, niemand sieht sie. Dort, wo manchmal noch die letzten Überbleibsel aus Paules Metall Eck vorbeitaumeln und gegenüber manche Menschen drei Stunden im Plattenladen verbringen. Es gibt Sojamilch und ein gutes Gefühl in der Krossener Str. 12 im Berliner Friedrichshain.

Zuhause in Hamburg gesucht!

Es ist Herbst und tätärätäää - ich werde umziehen. Nach Hamburg. Zu November. Padautz. Das Berliner Mittekind verlässt seine Geburtstadt nach dann 25 Jahren. So ein Vierteljahrhundert ist auch genug. In Hamburg erwarten mich ein neuer Job, ein toller Mann und ganz viel Entdeckungsüberraschungsgedöns (hoffentlich). Umziehen kann man aber nur, wenn man eine Wohnung hat. Deswegen hier die Bitte um Mithilfe bei der Suche einer kleinen Bleibe für meine Wenigkeit.

In Kürze:
Meine Wenigkeit mit dann festem Job sucht mit ihren dann 25 Jahren eine kleine Wohnung (1-2 Zimmer) für bis zu 500 € warm in Eimsbüttel (nah zur Arbeit), Ottensen, Barmbek-Süd, Winterhude, Altona, Eppendorf, Neustadt, Rother Baum oder St.Georg. Hauptsache nett. Balkon und Badewanne wäre natürlich toll, sind aber kein Muss. Keller wäre dahingehend schon durchaus prima. Das Ganze sollte frühestens ab 1.11. bzw. spätestens zu 1.12. (am liebsten sogar eine Woche früher zu beziehen sein). Ich habe keine Haustiere, weiß, wie man Müll runterbringt und in Mülltonnen tut, ich zahle pünktlich meine Miete und bin kein Technofan. Gebohrt wird nur unter fachkundiger Anleitung und Pakete für Nachbarn nehme ich grundsätzlich an.

Ich vertraue dem Internet, das Internet hat bisher nur Gutes für mich getan, deswegen gilt mein Dank all denen, die sich nach dem Lesen dieses Beitrags umhören, umgucken, dieses Gesuch weiterflüstern oder mir gar einen Tipp geben. Über Bekannte, Verwandte, Freunde, Freundesfreude, Kommilitonen oder sonstewie geht sowas bekanntlich am besten.

It’s time to bring the cattle down.

Kastanie

Der Herbst beginnt, wenn ich die erste Kastanie finde. Von nun an wird sie in meiner Jacken- oder Hosentasche herumgetragen, immer mal wieder herausgeholt und angeschaut, festgehalten, wenn niemand es sieht. Eine Art Ritual seit ein paar Jahren. Und dazu färben sich die Blätter, alles wandelt sich, Herbst ist immer Übergang und mein Leben macht mit. I’ll keep you posted.