Quasi Randomisierung im Regal

Ich habe jeden Tag ein Buch in der Hand, ich denke jeden Tag in und an Geschichten, ich blättere Seiten um, schlage nach, streiche mit dem Finger über den Lesezeichenfaden, springe in den Zeilen noch einmal zurück, drehe Worte herum, streiche an, ärgere mich. Und wenn man selbst an einer Geschichte sitzt, hilft es und bringt es voran, wenn man viele Geschichten von anderen liest. Um aus dem eigenen Rahmen herauszukommen, die Perspektive zu wechseln, neue Worte zu entdecken, den Sinn für Beschreibungen und Atmosphären zu schärfen. Und es tut gut - was ich nicht gedacht hätte - die Geschichten im Regal mal nebeneinander zu betrachten, in einen anderen Kontext zu rücken, indem man sie anders stellt und so plötzlich Figuren nebeneinander stehen, die sonst nie nebeneinander gestanden hätten. Die sich vielleicht doch ähnlicher sind, als man dachte. Die sich nicht mögen. Die seltsam aussehen nebeneinander aber dennoch einen Gedanken wert sind. Die Buchstaben einmal umräumen, mit den Händen alles durchwalken und dann anders sortieren. Danach kann man auch wieder schreiben.








