Se(a)dated

Manchmal fühlt es sich an wie ein Gerinsel im Kopf, das leise Vergessen, das sich verflüchtigende Gefühl der Wahrnehmung, wenn die Ränder verschwimmen, die scharfen Konturen einfach immer weicher gezeichnet werden, um sich irgendwann komplett mit dem Rest zu vermischen. Manchmal fühlt es sich an wie ein Nagel im Kopf, der dort eingeschlagen wurde, wo man das Kreuz gemacht hat, haargenau quasi. Der ein bisschen zu tief ging allerdings, ein bisschen zu weit im tiefen Schwung, ein bisschen zu fest.

Und wenn man dann den Kopf unter die große Maschine legt, unter die tägliche Betrachtung von allen Seiten. Wenn man dann Experten fragt und die schütteln mit dem Kopf, dann ist es Zeit mit den Händen zu knacken, obwohl das noch nie funktioniert hat, dann kannst du auf der kleinen Papierserviette eine Zeichnung mit Kugelschreiber anfertigen, kannst dir selbst beim An-der-Kreuzung-stehen zugucken, vielleicht mit einem abgerutschten Fuß, denn der Tisch ist glatt. Du kannst dir die Pfeile über die Serviette hinaus auf das braune Plastik malen, die Linie immer weiter bis zur Kante. Manchmal muss man noch fester auf den Punkt drücken, damit er nicht mehr weh tut.

Wenn dich dann alle ansehen, aber niemand mehr etwas sagt, wenn der Punkt im Kopf hämmert, dann ist es Zeit zu gehen, die Konturen des Herzens wieder zu schärfen, indem man es einmal mehr einem Abschied aussetzt, um nicht jegliche Form zu verlieren, nicht jeden Sinn für all das. Und ich weiß, dass sie aufatmen werden und ein Häkchen machen auf einem Klemmbrett. Ich weiß, dass sie mich stolz ansehen werden, wenn ich das nächste Mal komme wegen eines Schnupfens und mir auf die Schulter klopfen. Ich bin froh, dass sie das tun, denn ich selbst kann das noch nicht, gut sein im Gehen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 4. Mai 2008 um genau 17:20
Kategorie : Moi | 0 Kommentare


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