Please, don´t talk to me. I fall in love so easily.

Wenn man den euphorisch verblendeten Punkt überschritten hat, der am Anfang steht, wenn man dann die Müdigkeit und die zeitweilig auftretende Trägheit ignoriert, soweit es geht, dann fällt es nicht mehr schwer sich in diese Stadt zu verlieben, vor deren Toren ein Fluss liegt, der an seinem Horizont nicht weit vom Eindruck des Meeres entfernt ist. Es ist absolut kein Aufwand, zu seufzen, wenn die Metro an den hohen Bergen vorbeifährt, zwischen denen die Häuser wie Bäume stehen. Taipeh kann einen auch fertigmachen, wenn man sich auf den Lärm einlässt und die Geschwindigkeit, wenn man tief einatmet und keine Luft bekommt, das ist genauso einfach wie das Funkeln in den Augen. Aber wenn man sich an die Straßen gewöhnt, einen Weg hat, Gesichter wiedererkennt, wenn man sich nicht mehr von jedem Lächeln ablenken lässt, das einem die Stadt entgegen wirft, nicht mehr über jedes Geräusch stolpert, dann ist es möglich hinzusehen. Zwischen den dichten Wimpern die Haut zu erkennen, die Lücken. Sich zurechtzufinden. Sich selbst.
Und es verzückt mich einfach, dass das Müllauto in atemberaubender Lautstärke bimmelt und sofort kommen alle aus ihren Häusern gerannt, trennen ihren Müll eigenhändig in die auf den Rücken der Laster stehenden blauen Tonnen. Hastig und aber doch irgendwie im Vorübergehen. Und ich fühle mich wohl, wenn in Trainingsanzüge gehüllte Hausfrauen plötzlich auf dem kleinen Platz beginnen zu “Tequila” und “When I need you” choreographisch ausgetüftelte Schritte zu tanzen. Und es ist so leicht, mit roten Wangen auf die Lichter der Stadt zu sehen, vor sich ein Glas von diesem süßen Rotwein, während die Nebenstraße den Lärm der auf der Allee sausenden Taxis fast komplett schluckt, und an nichts zu denken. Oder nur an ein bisschen.
Liz hat es verfasst, und zwar am 25. April 2008 um genau 14:38
Kategorie : Taiwan | 3 Kommentare