Vor fast genau zwei Monaten saß ich betrunken in London im Bett, als das Haus wackelte. Heute sitze ich ein bisschen angetrunken auf einem Stuhl in einem Hotel in Taipeh und das Haus wackelt. Zwei Erdbeben in zwei Monaten auf zwei verschiedenen Kontinenten. Weißte Bescheid.
Liz hat es verfasst, und zwar am 23. April 2008 um genau 19:53
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Und dann packt es einen doch, das Runterkommen. Erschöpfung setzt sich daneben, macht sich breit und guckt blöd in der Gegend rum, während es im Körper klickt macht an allen Ecken und Enden, weil verarbeitet wird. Der Ersttagseuphorieendorphinschub ist durch, man sitzt jetzt eher still, muss vor lauter Wimmelei auch mal den Kopf in den Nacken legen, um ein bisschen Ruhe, einen Moment Langsamkeit zu erhaschen. Verschnaufpausen muss man sich selber suchen und sehen, wo sie reinpassen, eigentlich denkt man ja die ganze Zeit: Ich kann doch jetzt nicht schlafen. Aber Kondition und Verarbeitungsmechanismen, Gewohnheiten und Rhythmen sind eben nicht so einfach zusammen zu falten, einzupacken und mitzunehmen.
Und während es arbeitet und klappert und knistert und sich einen Platz sucht in der kopfeigenen Memorial Hall, ist die Spontanwahrnehmung schon einen Schritt weiter und fragt ständig: Wie lebt es sich wohl hier, wenn nichts mehr neu ist? Welche Straße läge auf der gewohnten Strecke, wo würde ich essen, wie zur Arbeit fahren, wen würde ich kennen? Die ganze Zeit ein quäkendes Waswärewenn, weil ja doch immer alles irgendwie mit der Gegenwart in Konkurrenz steht bzw. das Erdenken von Möglichkeiten ein paar Horizontzentimeter in diese zugebauten Straßen Taipehs schiebt. Ich schalte nachts aus Versehen den Strom aus und im Viertel, wo der Taipeh 101 steht, brauche ich eine Weile, um zu spezifizieren, was genau denn hier anders ist als in der Heimatgegend auf Zeit. Man sieht dort mehr als eine Straße breit Himmel.
Liz hat es verfasst, und zwar am 23. April 2008 um genau 9:29
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