Bevor man geht.

Da war er wieder, in der Straßenbahn. Dieser kleine Moment, in dem man ahnt, was passieren wird. In dem sich die innere Architektur darauf einstellt, in Beschlag genommen zu werden und etwas aushalten zu müssen. Das simple Zählen der Tage, die stille Vorbereitung und das Gefühl, dass es nicht das erste Mal ist. Wenn du dich anschnallst und dich nichts und niemand mehr ablenkt, wenn deine Sozialisation durch Bücher und Filme und Musik dich dazu bringt, dieser Situation, der Stimme des Kapitäns, dem Blick aus dem Fenster, dem Geräusch der Motoren etwas abzugewinnen. Und während du sitzt und schaust und Mr. Shuffle sich mal wieder wichtig machen will und genau diesen Song spielt, dann weißt du, es hat dich erneut.
Was, wenn. Man sich entschließen würde, nicht zurückzukehren. Die Grenzlinien neu zu ziehen. Die Prioritäten falsch sind. Man sich schon längst verlaufen hat. Etwas passiert. Nichts passiert. Man zurückkommt und nichts hat sich verändert. Man zurückkommt und alles hat sich verändert. Das bisschen den Unterschied macht. Man sich neu justiert. Die Uhrzeit vergisst. Die Sprache verlernt. Den Regeln nicht folgt. Die Regeln nicht kennt. Neue macht. Man sich selbst ausgesetzt ist. Schonunglos. Nur du.
Liz hat es verfasst, und zwar am 18. April 2008 um genau 16:11
Kategorie : Moi | 3 Kommentare