Ein Gefühl. Ein gutes.

So tief einatmen wie lange nicht, während drumherum alles dunkel ist, die Straßenbahn schon nicht mehr fährt, der Nachbar seine Musik jetzt auch mal ausgemacht hat, das Licht von gegenüber nur noch ein schwacher Schein ist. Und den Mond im Rücken und noch einmal tief einatmen und die Wange hinein halten, weil es fast nichts besseres gibt auf diesen knappen vier Quadratmetern. Es ist neu, aber nicht fremd. Es ist weich, aber nicht schwer. Es ist noch ein bisschen steif, aber passt sich mit jeder Bewegung an, es kennt dich noch nicht. Es raschelt leise in Ohr und Nacken und die Füße suchen sich einen neuen Platz. Es ist ohne Mensch drin. Und man breitet sich langsam neu darin aus, es gibt noch keine Fremdgerüche, kein Haar aus der Nacht, keinen Krümel vom Morgenbrötchen. Es gibt nur wohlig und die Erinnerung an die kühle Luft unter dem Apfelbaum, unter dem ich in eben solcher Ummantelung meinen Mittagsschlaf als Kind erst abgelehnt und dann widerstrebend, beim Aufwachen aber mit gutem Gewissen gemacht habe.

Frisch bezogene Betten.

Liz hat es verfasst, und zwar am 18. Februar 2008 um genau 12:27
Kategorie : En Känsla | 5 Kommentare


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