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Die meisten fallen durch. Jetzt, wenn über der eigenen Haut wieder mehrere künstliche Lagen liegen, die Hornhaut sich in den dicken Socken zurechtrückt, da ist weniger Licht und der Kopf geht auf dem Weg öfter gen Himmel und nicht mehr schattensuchend nach unten. Wir übersehen die alten Kaugummis, die Zigarettenstummel, mitunter auch einander, die Kanten im Pflaster. Aber wir kennen die Fassaden, die alten und die neuen, die mit den Narben. Die Schubladen sind wieder ein bisschen leerer, da passt noch was rein, wenn man etwas anderes rausholt. Vielleicht das mit dem sperrigen Kreuz.
Und wir könnten uns überlegen, wen wir im nächsten Sommer noch kennen wollen. Oder wem wir schon seit Jahren Weihnachtspostkarten schreiben, ohne zu wissen, wer das eigentlich mittlerweile ist. Wir müssen uns überlegen, wen wir in unser kleines Leben lassen, jetzt, wo es kalt wird, wo wir um den Schal nicht mehr drumherum kommen. Denn wir sollten die Hände jetzt nur noch aus den Taschen ziehen, wenn es sich wirklich lohnt. Wohin mit all den leeren Fragen, mit dem geheuchelten Interesse, mit dem Schweigen zwischen all den Jahren? Oder nur Minuten.
Am Wochenende fahre ich an den See und werfe dich hinein. Vielleicht sehen wir uns noch einmal, wenn es friert. Dann reibe ich dir den Schnee von den Wangen und wundere mich und erkenne dich nicht. Die meisten halten das ja nicht aus. Die kommen nicht wieder, wenn sie den ersten Zentimeter nicht überwinden können. Die gehen weg, sobald es anstrengend wird. Vielleicht erkennst du mich, ich werde eine Mütze tragen, aber ich werde dich nicht fragen, wie du heißt. Das ist egal. Ich denke nicht, dass wir uns wiedersehen sollten.
Liz hat es verfasst, und zwar am 11. Dezember 2007 um genau 17:09
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