Was man nicht hat

(Bild von Martina Hoffmann)

Vielleicht sind es die beschlagenen Scheiben. Dass die äußeren eiskalt sind und die, die nach drinnen zeigen, nicht ganz so sehr. Dass sich dazwischen das Wasser sammelt, das es soweit geschafft hat. Vielleicht ist es auch, dass wir nicht vom Fleck kommen. Dass der Schnee in Berlin meistens nur Wasser ist. Wir haben ja haufenweise davon und von uns und von allem. Alles liegt überall herum, wir sehen es nur nicht, wir laufen mit offenen Augen daran vorbei, wir zwinkern nicht, wir halten nicht an, man könnte es uns als Schwäche auslegen. Man könnte es uns vorwerfen.

Wir machen die inneren auf, lassen die äußeren zu. Der Rest kommt nicht herein, es wird nur ein bisschen lauter, aber niemand sieht uns. Es ist, als hätte man immer zwei Leben, ein schwieriges und ein einfaches, und man weiß nie, in welchem von beiden man sich gerade befindet, aber man hat immer das Gefühl, es gibt immer noch eines. Immer noch eines daneben.

Liz hat es verfasst, und zwar am 28. November 2007 um genau 10:09
Kategorie : Wir | 3 Kommentare


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