Samba De Mon Coeur

Wie du mich küsst mitten in der Nacht auf dem Mittelstreifen mit deinen kalten Händen am Rand des Pullovers. Und wie sie schauen aus der hellen Bahn heraus mit den umrandeten Augen und hochgezogenen Kragen. Wie sich die Bäume über uns langsam lichten und wie ich dann deine Nase in meinem Nacken finde. Wie sich die Lieder noch einmal nach uns umdrehen, weil wir sie grüßen.

Kaum einer weiß, wie es heißt, was da in der Nacht an der Kreuzung mit den beiden passiert, während die Autofahrer noch einmal tanken und selbst erschrecken, wenn sie die Türen mit letzter Kraft zuschlagen. Und nebenan stehen sie und necken sich, lachen laut und flüstern und sehen sich so an, dass man von fern das Weiß in ihren Augen erkennen kann, und sind sich nah wie nach einer Geburt. Als hätten sie die Chance auf einen neuen Namen.

Und ich kann mich nur anlehnen bei dir, bekomme Schluckauf von dir, ich kann nur hier ganz allein meine Haustür finden, mein Namensschild mit deinem Füllfederhalter gemalt, du weißt doch ganz genau, was ich morgens am liebsten hab, und fängst die fallenden Blätter der Blumen auf meinem Balkon im Gehen ein und steckst sie dir in die Brusttasche. Ich brauche mich nicht fragen, was mit mir passiert, falls du dich auflöst oder dich mir entfremdest, ich brauche keinen Gedanken daran zu verschwenden, denn du hast keine Geschwister, keine Onkel und Tanten, du hast nur dich selbst und ich hab nur dich und sonst nichts, Berlin.

Liz hat es verfasst, und zwar am 13. Oktober 2007 um genau 21:37
Kategorie : Berlin | 7 Kommentare


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