Objektpermanenz

So heißt es angeblich, wenn Kinder nach acht Monaten lernen, dass Dinge weiter existieren, auch wenn sie sie nicht mehr sehen. Oder wir. Das ist nicht angeboren, das muss erlernt werden. Vorher verschwinden für das Kind die Dinge, die aus seinem Sichtfeld genommen oder verdeckt werden. Nehmen wir also all unsere Verlustängste, alle kleinen Sorgen, Vermissungen und trauen wir unserem Verständnis der kognitiven Schemata aus dem Kleinkindalter. Versuchen wir, ohne zu greifen, zu sehen und zu tasten, die Dinge nicht zu vergessen, die kleinen und die großen. Halten wir uns eine kleine Ecke im Hinterzimmer frei für die Sachen, die vergangen sind und lange vorbei, für die, die wir vergessen wollten, und die, die uns schon längst vergessen haben. Schaufeln wir eine Schublade leer für Erinnerungen, die keine mehr sind, sondern nur noch Schatten. Falten wir auch die ordentlich zusammen und - wir müssen sie nicht einmal anschauen - wissen wir, dass es sie gibt.
Besinnen wir uns auf die Eventualität eines Wiedersehens, einer Veränderung, die nie eine war. Vertrauen wir darauf, dass die Dinge gut sind, wie sie sind. Und dass sie auch anders mal gut waren. Gehen wir los und merken, dass es nicht mehr knackt, wenn wir uns doch noch einmal umdrehen. Sagen wir nicht mehr Tschüß sondern Auf Wiedersehen. Man wird nicht plötzlich ein anderer Mensch. Stehen wir bequem, nehmen wir das hin, schauen wir uns ins Gesicht. Wir konnten das doch mal, wir haben das doch gelernt, sagt Piaget.
Liz hat es verfasst, und zwar am 6. Oktober 2007 um genau 12:33
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